WestLB Sparkassen drängen auf Lösung

Neues von der Suche nach einem Fusionspartner für die angeschlagene WestLB. Vertreter der nordrhein-westfälischen Sparkassen wollen noch bis Jahresende eine Lösung erreichen. Ziel ist es, eine andere Landesbank mit der WestLB zu verschmelzen. Solche Versuche sind allerdings schon mehrfach gescheitert.

Düsseldorf - Sparkassenvertreter aus Nordrhein-Westfalen sind zuversichtlich, trotz der bislang ergebnislosen Gespräche zur Fusionierung der WestLB mit einer weiteren Landesbank bereits bis zum Jahresende eine Lösung präsentieren zu können. "Das scharfe Schwert des guten Arguments ist unsere Waffe", sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, am Freitag in Münster.

Die internationale Finanzmarktkrise und die Forderungen der EU-Kommission an die WestLB-Eigentümer böten zugleich die Chance, effizientere Strukturen in der Sparkassenfinanzgruppe aufzubauen. Die EU-Kommission dringt nach Angaben aus Sparkassenkreisen darauf, dass die WestLB massive Einschnitte in ihr Geschäft vornimmt. Angeblich soll die Bilanzsumme um bis zu 50 Prozent gekürzt werden. Außerdem sollen die WestLB-Eigentümer als Gegenleistung für ihre milliardenschweren Garantien angeblich die Mehrheit an der nordrhein-westfälischen Landesbank aufgeben.

Die WestLB schrieb 2007 infolge von Fehlspekulationen und der Finanzmarktkrise einen Verlust in Milliardenhöhe. Die Bank wurde im Frühjahr mit milliardenschweren Garantien der Eigentümer stabilisiert. Der WestLB-Vorstand kündigte jüngst an, die Bilanzsumme um 26 Prozent reduzieren zu wollen. Gerlach bezeichnete die Sparkassenfinanzgruppe als eine Schicksalsgemeinschaft, die in der Vergangenheit bereits mehrfach ihre Handlungsfähigkeit bewiesen habe. Jüngstes Beispiel sei die Übernahme der Landesbank Berlin gewesen.

Die WestLB sei zwar kein Stützungsfall, doch es müssten alle Beteiligten ein Interesse an einer Lösung haben. Wenn ein Landesbankkonzern in Schwierigkeiten gerate, könnten die anderen sechs nicht zuschauen. Vor diesem Hintergrund sei er zuversichtlich, dass eine Lösung in den kommenden Monaten gelinge. Dem Vernehmen nach machen Sparkassenvertreter aus NRW in der Sparkassenorganisation Druck, an einer WestLB-Lösung mitzuwirken. Bestrebungen für Bündnisse der WestLB mit der LBBW, BayernLB oder der Helaba waren aus verschiedenen Gründen erfolglos geblieben.

Bei Konsumentenkrediten - etwa für den Kauf von Autos und Möbeln - will die WestLB in Zusammenarbeit mit den Sparkassen künftig eine größere Rolle spielen. Die Berliner WestLB-Tochter Readybank weitet nach einer fünfmonatigen Testphase den Vertrieb solcher Kredite in Nordrhein-Westfalen kräftig aus. "Das Interesse ist sehr groß", sagte der Vorstandsvorsitzende der Readybank, Heinz Mayer, am Donnerstag. Nachdem Konsumentenkredite der Readybank in der Testphase in fünf Sparkassen Nordrhein-Westfalens vertrieben wurden, gebe es nun schon feste Zusagen von insgesamt mehr als 30 Sparkassen im Land.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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