Deutsche Post "Es gibt keine Alternative"

Die Deutsche Post wehrt sich gegen die Kritik US-amerikanischer Politiker an ihren Sanierungsplänen für das verlustreiche Expressgeschäft in den Vereinigten Staaten. Post-Chef Frank Appel kündigte allerdings ein Hilfsprogramm für die betroffenen Mitarbeiter an.

Frankfurt am Main - Post-Chef Frank Appel warnte davor, den Rettungsplan zu blockieren. "Es gibt keine echte Alternative. Sonst würden wir unser gesamtes Expressgeschäft in den Vereinigten Staaten gefährden, und am Ende des Tages wären noch wesentlich mehr Arbeitsplätze bedroht", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe).

Die Deutsche Post  hatte sich nach jahrelangen Verlusten im amerikanischen Expressgeschäft entschieden, die Luftfracht in den Vereinigten Staaten an den Erzrivalen United Parcel Service (UPS) abzugeben und einen Standort in Wilmington im Bundesstaat Ohio zu schließen. Dadurch droht der Verlust von rund 8000 Arbeitsplätzen bei der Fluggesellschaft ABX, die für DHL dort bisher ein Luftdrehkreuz betreibt. Am Kurier- und Straßennetzwerk hält die Post zwar fest, will das Bodennetz aber ordentlich zurückstutzen.

Der Arbeitsplatzabbau im strukturschwachen und von beiden Präsidentschaftskandidaten intensiv umworbenen Ohio hat die Post in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf hineingezogen. Sowohl der demokratische Bewerber Barack Obama als auch sein republikanischer Konkurrent John McCain haben wettbewerbsrechtliche Zweifel an einer Zusammenarbeit von DHL und UPS angemeldet und eine genaue Prüfung verlangt.

Doch Appel steht unter Zeitdruck. DHL Express verliere in den Vereinigten Staaten jeden Tag rund fünf Millionen Dollar, sagte er. "Jede Verzögerung könnte schlimmstenfalls zu noch dramatischeren Einschnitten führen. Das sollten Politiker bedenken, wenn sie jetzt Termine für Anhörungen ansetzen oder eine möglicherweise langwierige kartellrechtliche Überprüfung verlangen", mahnte der Postchef.

Um die Wogen zu glätten, kündigte Appel ein Hilfsprogramm an, das die Folgen für die Beschäftigten und die strukturschwache Region abmildern soll. Einzelheiten würden zur Zeit zwischen DHL-Vertretern, amerikanischen Stellen und den betroffenen Arbeitnehmern besprochen. Angaben zum Umfang finanzieller Hilfen machte Appel nicht. "Es geht in erster Linie um die Frage, wie wir den Leuten helfen können, neue Jobs zu finden", sagte Appel. Denkbar sei auch, dass DHL einen Teil des Personals übernehme. Damit allerdings werde sich nur ein kleiner Teil der Arbeitsplatzverluste auffangen lassen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afxp

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