Erster Investor Hoffnung für Ex-Nokianer

Nach dem Rückzug von Nokia aus Bochum gibt es einen ersten Investor für das ehemalige Betriebsgelände. Der Scannerhersteller Scanbull eröffnet dort einen neuen Standort. Zunächst sollen 150 Arbeitsplätze entstehen - ehemalige Nokianer werden bevorzugt eingestellt.

Bochum - Mit der Scanbull Vertical Images AG ist ein erster Investor für die Nokia-Fläche in Bochum gefunden worden. Das teilte das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium am Montag in Düsseldorf mit. Scanbull zählt den Angaben zufolge weltweit zu den führenden Technologieunternehmen für 3D, 360-Grad-Scanner sowie 3D-Softwarelösungen und wird in Bochum eine Produktionsstätte für seine neue 3D-Scannerproduktlinien eröffnen.

Die Investition ermögliche neue Arbeitsplätze für die von der Schließung des Nokia Standorts Bochum betroffenen Mitarbeiter, hieß es. Im ersten Schritt will Scanbull 150 neue Stellen in Bochum schaffen.

Scanbull werde auf dem ehemaligen Betriebsgelände von Nokia Produktions- und Büroflächen übernehmen, um dort Produktentwicklung, Produktion, Verwaltung und Vertrieb aufzubauen. Das Unternehmen habe zugesagt, bei gleicher Eignung vorrangig ehemalige Nokia-Mitarbeiter einzustellen und dabei mit der für die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter gegründeten Transfergesellschaft eng zusammenzuarbeiten. Rund 40 Prozent der freien Stellen seien für gering qualifizierte Mitarbeiter reserviert.

Scanbull hat seinen Sitz in Hameln (Niedersachsen) und betreibt weitere Produktionsstätten in Deutschland. Das Unternehmen wurde 2001 in Nürnberg gegründet und befindet sich den Angaben nach seitdem auf einem stabilen Wachstumskurs im Markt für 3D-Scanlösungen.

Das Bochumer Nokia-Werk war am 30. Juni geschlossen worden. Nach der Schließung des Werkes mit 2300 Arbeitsplätzen hatten Nokia und das Land ein Wachstumsprogramm für die Region mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro aufgelegt. Die Ansiedlung sei ein erster Erfolg dieses Programms, erklärte die Landesregierung.

Nokia hatte seit 1989 Mobiltelefone in Bochum produziert. Die Produktion war bereits im Mai eingestellt worden. Mit der Ankündigung der Verlagerung von - inklusive Zeitarbeitern - insgesamt mehr als 4000 Jobs nach Osteuropa hatte Nokia im Januar massive Proteste ausgelöst.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp