Siemens Besuch aus Amerika

Im Zuge der Schmiergeldaffäre steht dem Siemens-Konzern jetzt offenbar Besuch der SEC ins Haus. Angeblich wollen die Aufseher bei den Münchenern zusammen mit deutschen Ermittlern Zeugen vernehmen.

München - Die SEC wolle noch im August zwei Beamte nach Deutschland schicken, die in München gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft mehrere Zeugen vernehmen sollten, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Die Befragung von aktiven und ehemaligen Managern und Mitarbeitern solle in der Konzernzentrale von Siemens  stattfinden, berichtete das Blatt am Dienstag ohne Angabe von Quellen. Die Münchner Staatsanwaltschaft wollte den Bericht nicht kommentieren.

Auch bei Siemens hieß es auf Anfrage von manager-magazin.de: "Kein Kommentar." Die SEC selbst schweigt zum Siemens-Komplex weiterhin gemäß den generellen Vorschriften des Hauses.

Bestätigt wird offiziell nicht einmal, dass es Untersuchungen gibt. Ein Sprecher sagte auf Anfrage am Montag in New York lediglich: "Die SEC nimmt grundsätzlich zu Einzelfällen nicht Stellung."

Siemens ist auch an der New Yorker Börse notiert und unterliegt daher den dortigen Regeln. Im größten Schmiergeld-Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte geht es insgesamt um 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehr als 300 Beschuldigte.

Unterdessen erwartet Siemens sich von der Trennung von seinen Wolfram-Fabriken deutlichen Auftrieb im Schlussquartal. "Siemens erwartet einen Gewinn aus dieser Transaktion", heißt es in dem am Montagabend veröffentlichten Geschäftsbericht für das dritte Quartal.

Die Konzerntochter Osram hatte den Verkauf an die österreichische Plansee Gruppe nach der kartellrechtlichen Freigabe Ende Juli abgeschlossen. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx