BMW-Betriebsrat "Knatsch wie noch nie"

Der Betriebsrat des Autoherstellers BMW will gegen das Sparprogramm des Konzerns klagen. Einen angeblichen Plan zur Ausgliederung von Personaldienstleistungen bewertet Betriebsratschef Manfred Schoch einem Magazinbericht zufolge als Gesetzesbruch.

Hamburg - Zu den betroffenen Personaldienstleistungen zählen Küchendienste, Sicherheitskräfte und Betriebsärzte. Das Betriebsverfassungsgesetz schreibe vor, dass der Betriebsrat rechtzeitig über solche Veränderungen informiert werden müsse. Daher wolle der Betriebsrat nun Klage einreichen, berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL vorab aus seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

"Es gibt Knatsch, wie ihn das Unternehmen noch nicht gesehen hat", zitiert der SPIEGEL Schoch. BMW wies die Kritik zurück. "Bisher ist der Betriebsrat bei jeder Entscheidung informiert worden", sagte BMW-Sprecher Marc Hassinger der Nachrichtenagentur AP. "Dies würde auch geschehen, wenn hier eine Entscheidung getroffen würde."

Zu dem angeblichen Ausgliederungsplan sagte der BMW-Sprecher: "Im Rahmen unserer Strategie Number One werden alle Aktivitäten untersucht, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Es gibt aber in keiner Weise eine Entscheidung."

"Bekomme Angst um dieses Unternehmen"

Verärgert ist der BMW-Betriebsrat dem Bericht zufolge auch über die Art, wie der Abbau von rund 8000 Arbeitsplätzen vorangetrieben wird. "Wenn wir auf diesem Niveau weitermachen, bekomme ich Angst um dieses Unternehmen", wurde Schoch zitiert. Im Februar hatte BMW den Abbau von 8100 Arbeitsplätzen bekanntgegeben, davon 7500 in Deutschland.

BMW leidet ebenso wie Mercedes-Benz unter steigenden Rohstoffpreisen, der Absatzkrise in den USA und dem schwachen Dollar-Kurs BMW: "Logik spricht für Kooperation mit Daimler". Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal hatte BMW am Freitag seine Prognose für 2008 massiv gesenkt und stürzte daraufhin an der Börse ab.

Der Autobauer rechnet jetzt nur noch einer Umsatzrendite vor Steuern von mindestens 4 Prozent. Experten errechneten daraus eine Reduzierung der Prognose um 1,5 Milliarden Euro. Statt mindestens 3,8 Milliarden Euro Vorsteuergewinn wären es nur noch 2,3 Milliarden Euro. Die BMW-Aktie  verlor nach dieser Mitteilung zeitweise über 10 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von ap

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