Münchener Rück Ergo streicht 2000 Stellen

Die Ergo-Versicherungsgruppe streicht bis 2010 bundesweit knapp 2000 Stellen und damit etwa jeden zehnten Arbeitsplatz. Die Tochter der Münchener Rück kämpft wegen der Finanzkrise mit sinkenden Erträgen.

Düsseldorf - Wie der Düsseldorfer Konzern mit derzeit 20.000 Angestellten in Deutschland am Dienstagabend mitteilte, sollen in den nächsten Jahren bundesweit 1570 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zusätzlich würden 360 derzeit unbesetzte Stellen gestrichen. Die Vorstandsbeschlüsse sind Teil umfangreicher Kostensenkungspläne, die laut Ergo  ein Einsparpotenzial von insgesamt 180 Millionen Euro bedeuten. Neben den Stellenstreichungen sollen Prozesse im Konzern zentralisiert und gebündelt werden, teilte Ergo nach der Vorstandssitzung weiter mit.

Die Tochter der Münchener Rück  ist der größte Konkurrent der Allianz  im deutschen Versicherungsmarkt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor von einem zu befürchtenden Abbau von etwa 2500 Stellen gesprochen und den Vorstand aufgefordert, Stellung zu beziehen. Zu dem Düsseldorfer Konzern gehören unter anderem die Marken Hamburg-Mannheimer, Victoria, DKV und DAS.

Ergo hatte Ende der vergangenen Woche die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Statt eines Gewinns von 480 bis 600 Millionen Euro sei für 2008 jetzt nur noch mit einem Ergebnis von 320 bis 380 Millionen Euro zu rechnen, hatte der Konzern mitgeteilt. Als Grund nannte Ergo die insgesamt schlechte Verfassung der Aktien- und Anleihemärkte.

Im ersten Halbjahr 2008 ging der Gewinn nach vorläufigen Zahlen um ein Drittel auf 269 Millionen Euro zurück. An den langfristigen Zielen werde jedoch festgehalten. Auch die Konzernmutter Münchener Rück hat ihre Gewinnprognose für 2008 gesenkt - statt 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro würden nur noch "deutlich über 2 Milliarden Euro" erwartet, teilte der Dax-Konzern am vergangenen Freitag mit.

Mit den Sparplänen will Ergo nach Angaben vom Dienstagabend die Verwaltungskostenquote bis 2010 in verschiedenen Versicherungsparten auf unter drei Prozent drücken. Das Unternehmen mit weltweit 50 000 Beschäftigten - Angestellte und selbstständige Vermittler - kündigte weiter an, "schnellstmöglich" Gespräche mit dem Betriebsrat aufzunehmen. "Dabei soll der notwendige Personalabbau so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden."

manager-magazin.de mit Material von dpa

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.