Airlines BA und Iberia planen Fusion

Der Luftfahrtbranche steht eine weitere Konzentration bevor. Die britische Fluggesellschaft British Airways und die spanische Linie Iberia beraten über einen Zusammenschluss. Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit Jahren zusammen und sind aneinander beteiligt.

London - Die Gespräche über einen Zusammenschluss würden von den Vorständen beider Gesellschaften uneingeschränkt unterstützt, teilte British Airways (BA)  am Dienstag in London mit. Beide Marken würden nach den Plänen jedoch erhalten bleiben.

Die Fusion soll ähnlich dem Vorbild des Zusammenschlusses des französisch-holländischen Wettbewerbers Air France  mit KLM erfolgen. BA und Iberia wollen eine gemeinsame Holding gründen, die die Aktien beider Unternehmen aufkaufen soll. Die Unternehmensgruppe solle an den Börsen London und Madrid gelistet werden. Sollte die Fusion realisiert werden, würde nach Daten der "International Air Transport Association" die nach Passagierzahlen fünfgrößte Airline der Welt entstehen.

BA-Chef Willie Walsh sagte, der Zusammenschluss helfe den Unternehmen in dem derzeitigen schwierigen Wirtschaftsumfeld und schaffe Synergien. "Das Umfeld für Fluggesellschaften ändert sich und eine Konsolidierung der Branche ist seit langem überfällig." Besonders angesichts der wirtschaftlichen Abschwächung erscheine ein Zusammenschluss attraktiv, da er Einsparungen ermögliche. Zudem passten die Netze der beiden Konzerne gut zusammen.

BA und Iberia  halten seit längerem eine "strategische Partnerschaft". Großbritanniens größte Fluggesellschaft ist seit fast zehn Jahren Iberia-Aktionär und hatte ihren Anteil zuletzt auf 13,15 Prozent erhöht. Iberia wiederum hält derzeit 2,99 Prozent an BA und hat das Zugriffsrecht auf weitere knapp 7 Prozent der Gesellschaft.

Beide Fluggesellschaften erwarten, dass ein Zusammenschluss nicht auf den Widerstand der Wettbewerbsbehörde stoßen wird. Die Anteilseigner müssen einer Fusion noch zustimmen. Die Unternehmen betonten, es würde mehrere Monate dauern, bis die genauen Konditionen einer Fusion ausgehandelt seien.

Iberia hatte schon im vorigen Jahr als Kandidat für eine Übernahme gegolten. Neben BA war damals auch Lufthansa  als potenzieller Käufer im Gespräch. Ein von BA geführtes Konsortium hatte den Plan nach einem Bieterwettstreit mit einer spanischen Regionalbank aufgegeben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, ist die Caja Madrid - mit 23 Prozent größter Iberia-Aktionär - diesmal jedoch mit von der Partie. Die BA-Aktie, die zuvor mit Verlusten notiert hatte, drehte nach der Bekanntmachung ins Plus und wurde bis zu 9 Prozent höher gehandelt, Iberia-Aktien verteuerten sich um mehr als 14 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, ddp, reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.