SEN Siemens verkauft Telefonsparte

Der Siemens-Konzern hat eine Lösung für seine Telefonanlagensparte SEN gefunden. Der US-Finanzinvestor The Gores Group übernimmt die Mehrheit an dem Unternehmen. Die Münchener müssen für den Deal draufzahlen.

München - Siemens und Gores gründen eine Gemeinschaftsfirma, an dem das Münchener Unternehmen noch 49 Prozent halten wird, wie Siemens  am Dienstag mitteilte.

Die Mehrheit und die operative Führung liege bei den Amerikanern, die ihre Töchter Enterasys Networks  und SER Solutions  einbringen. Beide Partner gäben der gemeinsamen Tochter noch eine Geldspritze von jeweils 175 Millionen Euro. Siemens werde SEN zudem schuldenfrei übergeben, was im laufenden Quartal einen "erheblichen finanziellen Einfluss" auf die Konzernbilanz haben werde. Bis Ende September soll das Geschäft vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden abgeschlossen sein.

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser schloss nicht aus, dass der Verlust aus der Transaktion im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen könnte. Damit dürfte die Mitgift für die verlustreiche SEN den Siemens-Gewinn im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 neben den Kosten für den Jobabbau weiter schmälern.

"Wir haben sehr großen Wert darauf gelegt, das Unternehmen finanziell so auszustatten, um auch unter widrigen Bedingungen Stabilität zu gewährleisten", sagte Kaeser. Er stellte in Aussicht, dass sich Siemens auf längere Sicht aus dem Gemeinschaftsunternehmen zurückziehen werde. "Siemens begleitet den Ausstieg bei SEN durch seinen 49-prozentigen Anteil am Joint Venture. An die strategische Konsolidierung der Branche glauben wir aber weiter."

Siemens-Aktien rutschten nach der Mitteilung an der Frankfurter Börse um knapp 2 Prozent ab.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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