VW-Beteiligung Porsche will noch 2008 über 51 Prozent

Porsche will seinen Anteil am Wolfsburger Autobauer Volkswagen in diesem Jahr weiter ausbauen - auf über 51 Prozent. Das erklärte Finanzvorstand Holger Härter in einem Interview. Der Vorgang solle aber "in Ruhe" geschehen. Härter begrüßt übrigens auch die mögliche Übernahme Continentals durch die Schaeffler-Gruppe.

Frankfurt am Main - Der Sportwagenbauer Porsche  will seinen Anteil an Volkswagen  im September über die bereits angekündigten 36 Prozent hinaus ausbauen. "Wir haben fest vor, in diesem Jahr die 51-Prozent-Grenze zu überschreiten", sagte Porsche-Finanzvorstand Holger Härter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nach der Zustimmung durch die Kartellämter gehe er davon aus, dass Porsche den Anteil im September sukzessive aufstocken werde. "Wir wollen das Projekt jetzt in Ruhe durchziehen."

"Im ersten Schritt werden wir das Termingeschäft vollziehen, das den 2. September als frühestes Datum hat, aber die Zustimmung der Kartellbehörden für den Vollzug voraussetzt", sagte Härter. "Dann werden wir versuchen, weiter zuzukaufen." Den Kaufpreis habe Porsche durch Kurssicherungsgeschäfte bereits abgesichert. "Mit Hilfe der Kurssicherungsgeschäfte konnten wir uns einen Preis sichern, den wir für weitere Käufe zu bezahlen haben." Details wollte Härter aber nicht nennen.

Porsche hatte bereits angekündigt, seinen VW-Anteil bis 2. September auf knapp 36 Prozent aufzustocken. Bisher hält der Sportwagenbauer knapp 31 Prozent, über weitere 5 Prozent wurden bereits verbindliche Kaufverträge geschlossen. Die EU-Kommission hat der Übernahme in der vergangenen Woche zugestimmt. Insgesamt müssen nach Porsche-Angaben mehr als 20 Behörden weltweit zustimmen.

Inzwischen sei auch grünes Licht aus China gekommen, sagte Härter. Zuvor hatten nach Porsche-Angaben bereits die USA, Australien, Brasilien, Mexiko, Israel, Russland und die Ukraine zugestimmt. "Aber einige Balkanstaaten brauchen beispielsweise noch weitere Unterlagen. Und die Beamten anderer südosteuropäischer Länder haben uns mitgeteilt, dass sie jetzt im Urlaub sind und erst Mitte September zu einer Entscheidung kommen werden."

Mit den VW-Optionen habe Porsche auch im laufenden Geschäftsjahr 2007/08 (31. Juli) gut verdient, bestätigte Härter. Zur genauen Höhe des Gewinns wollte er aber noch keine Angaben machen. "Wir haben immer gesagt, dass wir auch für das Geschäftsjahr 2007/08 ein gutes Ergebnis einfahren werden. Erste Indikationen über die Ergebnisentwicklung werden wir im Frühherbst bekanntgeben." An der Börse sei Porsche derzeit aber deutlich unterbewertet. "Der Anteil, den wir an VW besitzen, ist schon mehr wert als die gesamte Börsenkapitalisierung von Porsche."

Beifall für Conti-Übernahme

Beifall für Conti-Übernahme

Daneben spendet Härter Beifall für die mögliche Übernahme des Autozulieferers Continental  durch die Schaeffler-Gruppe. "Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es eine sehr gute Sache", sagte er. Porsche arbeite lieber mit Lieferanten, die wirtschaftlich gesund seien. "Mit diesen ist eine langfristige Strategie möglich", sagte Härter weiter.

Der Porsche-Finanzvorstand vermutet, dass die Integration des im vergangenen Jahr von Conti übernommenen Unternehmens Siemens VDO einfacher wird, wenn Schaeffler bei Conti einsteigt. "Schaeffler ist nach meiner Einschätzung sehr solide finanziert, hat hohe Eigenkapitalpositionen und ist entschlossen unterwegs."

Schaeffler hatte Mitte Juli ein Übernahmeangebot für Conti angekündigt. Der Autozulieferer lehnt eine Übernahme aber ab und hat Schaeffler vorgeworfen, sich rechtswidrig an das Unternehmen angeschlichen und dabei Meldepflichten umgangen zu haben. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht derzeit das Vorgehen der Schaeffler-Gruppe.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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