Lufthansa-Streik Erste Treffer

Immerhin neun Flugzeuge werden heute europaweit am Boden bleiben müssen, vermeldet die Lufthansa. Allerdings erwartet die Gewerkschaft Verdi, dass die Beeinträchtigungen für den Flugverkehr in den kommenden Tagen noch zunehmen werden.

Frankfurt am Main - Der unbefristete Streik bei der Deutschen Lufthansa führt zu ersten Flugausfällen. Für diesen Dienstag seien 70 Flüge aus dem Flugplan gestrichen worden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Betroffen seien Kurzstrecken innerhalb Europas. Hintergrund ist, dass wegen des Streiks von Technikmitarbeitern neun Maschinen nicht gewartet werden konnten und stillgelegt werden mussten.

Insgesamt verlaufe der Flugverkehr aber überwiegend nach Plan. Die 70 Flüge entsprächen rund 3 Prozent aller Flüge der Lufthansa. "Die Situation an den Flughäfen ist aus unserer Sicht geordnet und nicht chaotisch", sagte Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky. Die von Ausfällen betroffenen Passagiere würden umgebucht. Man gehe zudem davon aus, dass am Vormittag alle Langstreckenflüge wie geplant stattfinden können.

Die Gewerkschaft Verdi hatte den Arbeitskampf an ihrem zweiten Streiktag ausgeweitet. Betroffen waren neben Frankfurt und Hamburg auch Berlin, am Abend sollte auch Stuttgart einbezogen werden. Schon am Vortag hatten mehrere 1000 Lufthansa-Beschäftigte gestreikt. Die Gewerkschaft fordert für rund 50.000 Lufthansa-Beschäftigen am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent mehr Geld bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung angeboten.

Lufthansa-Sprecher Klaus Walther forderte die Gewerkschaft Verdi auf, an den Verhandlungstisch zurück zu kehren. "Das Angebot liegt auf dem Tisch und Verhandlungen sind aus unserer Sicht jederzeit und sofort möglich. Unsere Türen sind offen. Wir sind dialogbereit", sagte Walther am Dienstag im Nachrichtensender N-tv.

In Hamburg beteiligen sich nach Gewerkschafts- und Unternehmensangaben rund 1500 Mitarbeiter der Lufthansa Technik Werft an dem Ausstand. Sie warten und überholen Flugzeuge, überprüfen Fahrwerke, rüsten VIP-Flugzeuge aus und liefern Ersatzteile weltweit aus. Die Wartung hinke bereits hinterher, täglich müssten mehr Flugzeuge am Boden bleiben, sagte ein ver.di-Sprecherin.

Ein längerer Streik kann nach Einschätzung von Experten für das Unternehmen Einbußen bei den Geschäftsreisenden nach sich ziehen. "Mit Vollzahlern der Business- und First-Class verdient das Unternehmen Geld", sagte der Hamburger Luftfahrt-Experte Cord Schellenberg. Je länger der Ausstand dauere, desto größer die Wahrscheinlichkeit das spontan buchende Geschäftsreisende zu anderen Fluggesellschaften abwanderten. Der Transport der Urlauber sei nicht das Problem, selbst wenn dafür Flugzeuge nebst Personal angemietet werden müssten. "Urlauber buchen jetzt nicht um, sie nehmen verspätete Abflüge und Ankünfte in Kauf, Hauptsache sie erreichen ihr Ziel."

manager-magazin.de mit Material von dpa

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