Lufthansa-Streik "Nur noch marginaler Flugbetrieb"

Am Montag beginnt der unbefristete Arbeitskampf bei der Lufthansa - mitten zur Urlaubszeit. Die Gewerkschaft Verdi, die für rund 50.000 Beschäftigte des Kabinen- und Bodenpersonals 9,8 Prozent mehr Lohn fordert, droht der Airline mit Stillstand. Politiker fordern unterdessen eine schnelle Einigung und ein Ende des Streiks.

Frankfurt am Main - "Lenkt die Lufthansa nicht ein, wird es spätestens in einer Woche nur noch marginalen Flugbetrieb geben", sagte Verdie-Verhandlungsführer Erhard Ott der "Bild"-Zeitung". Der unbefristete Arbeitskampf soll am Montag um 0.00 Uhr am Montag beginnen.

Die genauen Auswirkungen auf den Flugverkehr gelten bisher als unklar. Ein Lufthansa-Sprecher hatte am Vortag gesagt, man gehe davon aus, dass nur ein Bruchteil der Belegschaft in Deutschland dem Streikaufruf folgen werde.

Lufthansa  bereitet sich bereits seit mehreren Tagen auf weitere Streiks vor und will die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich halten. Denkbar ist dabei auch der Einsatz von Fremdfirmen etwa bei der Verpflegung. Verdi will deshalb die genauen Streikpläne erst kurzfristig bekanntgeben.

In dem Tarifkonflikt bei Verdi geht es um höhere Gehälter für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine. Die Gewerkschaft fordert 9,8 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent mehr Geld bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung geboten.

"Familien wären die Leidtragenden"

Politiker fordern unterdessen den Konzern und die Gewerkschaft Ver.di zur raschen Lösung ihres Tarifkonflikts auf."Die Tarifautonomie ist ein hohes Gut", sagte Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) der "Welt am Sonntag". "Ich appelliere aber an die Tarifparteien, den Konflikt bei der Lufthansa nicht zu überziehen. Gerade auch viele Arbeitnehmer und ihre Familien, die ihren wohlverdienten Urlaub bereits lange gebucht haben, wären die Leidtragenden."

SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend sagte der Zeitung: "Man muss akzeptieren, dass in einem Arbeitskampf gestreikt wird. Aber es ist natürlich ärgerlich, dass weniger der Streikgegner getroffen wird, sondern Unbeteiligte. Darunter sind viele Urlauber." Darum appelliere er "an beide Tarifparteien, doch noch zu einer schnellen Lösung zu kommen".

Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Klaus Lippold (CDU), fordert, "jede Möglichkeit, diesen Streik zu vermeiden", zu nutzen - "nicht nur um die Bürger sicher in den Urlaub gelangen zu lassen, sondern auch um über ein klares Verhandlungsergebnis die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie nicht zu schädigen".

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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