Real/Adler Metro räumt auf

Der Handelskonzern Metro schließt weitere 27 Real-Supermärkte und schreibt seine Bekleidungskette Adler noch vor dem geplanten Verkauf auf null ab. Metro kommt das teuer zu stehen: Im zweiten Quartal fallen damit 600 Millionen Euro Sonderbelastungen an.

Düsseldorf - Bis Anfang 2010 will sich Metro  von 27 weiteren defizitären Real-Standorten trennen. Ende 2007 waren es noch rund 350. Die Schließung ziehe Einmalaufwendungen von 237 Millionen Euro nach sich, teilte der Konzern am Freitag mit. Die Abwertung von Adler werde zu nicht zahlungswirksamen Aufwendungen von 312 Millionen Euro und anderen Belastungen von rund 63 Millionen Euro führen. Der Verkauf der Textilkette solle forciert werden.

Adler steht seit Jahren auf der Verkaufsliste. Der Handelskonzern hatte die Bekleidungskette im Jahr 2004 im Zuge der Trennung von der Verwertungsgesellschaft Divaco reintegriert. Metro zahlte damals 60 Millionen Euro und übernahm zudem 280 Millionen Euro Verbindlichkeiten.

"Die Straffung des Ladennetzes ist ein wichtiger Meilenstein unseres Sanierungsprogramms bei Real in Deutschland. Die Adler Modemärkte sind kein strategischer Bestandteil unseres Portfolios", sagte Konzernchef Eckhard Cordes.

Der seit November 2007 amtierende Cordes will Metro auf Rendite trimmen. Er hatte schon vor einigen Monaten angekündigt, möglicherweise bis zu 40 weitere Real-Filialen abzugeben. Preissenkungen und eine Imagekampagne sollen die lange unter den Nachwirkungen eines Gammelfleisch-Skandals leidende Kette wieder nach vorne bringen. Metro wolle seine Schwachstellen reduzieren und sich stärker auf das Wachstum im Ausland konzentrieren, sagte Cordes.

An der Gewinnprognose für 2008, die Sonderfaktoren ohnehin außer Acht lässt, hält der Düsseldorfer Handelskonzern fest. Die Zahlen für das zweite Quartal will Metro am kommenden Donnerstag vorlegen. Es bleibe bei der Prognose, wonach Metro im laufenden Geschäftsjahr seinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sonderfaktoren um sechs bis acht Prozent steigern wolle. Die Belastungen hätten auch keine Auswirkungen auf die Dividende für 2008.

Die Aktie von Metro  weitete nach der Mitteilung ihre Verluste auf rund 2 Prozent aus und notierte am Nachmittag bei 37,50 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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