Automarkt Audi gibt sich kämpferisch

Nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr will die VW-Tochter Audi auch im Gesamtjahr ihren Gewinn steigern - hohen Rohstoffpreisen und der schwachen Konjunktur zum Trotz.

München - Der Umsatz werde allerdings in der zweiten Jahreshälfte weiter durch die Schwäche von US-Dollar und britischem Pfund belastet, sagte Finanzchef Axel Strotbek am Freitag. Eine konkrete Gewinnprognose wollte der Manager nicht abgeben.

Von Januar bis Ende Juni stagnierte der Umsatz bei 17,4 Milliarden Euro (plus 0,1 Prozent); bereinigt um Wechselkurseffekte hätte sich ein Zuwachs von 2,8 Prozent ergeben. Der operative Gewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Dies sei der beste Halbjahreswert der Konzerngeschichte, sagte Audi-Chef Rupert Stadler. Unterm Strich schnellte der Gewinn um 37 Prozent nach oben, auf 930 Millionen Euro.

Sinkende Kosten sollen Ertragskraft sichern

Finanzvorstand Strotbek erläuterte, um die Ertragskraft zu sichern, werde Audi die Kosten weiter senken. Das Unternehmen strebt jedes Jahr Produktivitätssteigerungen von 8 bis 10 Prozent an. Die Stärke des Euro lasse sich in den nächsten Jahren weitgehend durch Währungssicherungsgeschäfte abfedern.

Auch gegen den rasanten Preisanstieg bei Rohstoffen sei man gewappnet, sagte Strotbek. Blieben Edelmetalle, Kunststoffe sowie Energie allerdings so teuer, werde der Konzern über Preiserhöhungen nachdenken. Auch die Muttergesellschaft VW erwägt, für ihre Fahrzeuge mehr Geld von den Kunden zu verlangen, und verweist auf ähnliche Pläne bei der Konkurrenz.

Elektroauto bis 2012 geplant

"Wir werden bei den Auslieferungen die Millionenmarke übertreffen", bekräftigte Vorstandschef Stadler das Absatzziel für 2008. Im ersten Halbjahr verkaufte Audi weltweit 516.211 Autos. Neue Produkte sollen auch künftig für Schwung sorgen. Die Ingolstädter stocken die Zahl der Modelle bis 2015 auf 40 von derzeit rund 25 auf. Bis 2012 will Audi ein Elektroauto auf den Markt bringen.

Strotbek führte aus, die Zahl der Bestellungen steige, und das Luxussegment wachse trotz Konjunkturabkühlung stärker als das Massengeschäft. Im größten Automarkt der Welt, den USA, habe Audi zwar zuletzt ein Minus beim Absatz verbucht, dort werde sich aber die Markteinführung des neuen A4 im September positiv auswirken. Die Probleme im amerikanischen Gebrauchtwagenmarkt beeinflussten das Geschäft von Audi nur wenig. Der geplante A1 soll nicht in den USA verkauft werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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