Lufthansa Streik ab Montag

Mitten in der Ferienzeit müssen sich Lufthansa-Passagiere auf massive Ausfälle einstellen. Das Kabinen- und Bodenpersonal der Airline streikt ab Montag 0 Uhr. Die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi votierten in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für den Arbeitskampf.

Hamburg - 90,7 Prozent der Verdi-Mitglieder stimmten in einer Urabstimmung für den Arbeitskampf. Die Streiks werden zeitversetzt an sämtlichen Standorten stattfinden, gab die Gewerkschaft bekannt: Betroffen könnten unter anderem Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart sein.

"Wir wissen, dass ein Arbeitskampf im Luftverkehr zu Beeinträchtigungen führt", sagte Verdi-Vorstand Erhard Ott. "Aber wir wollen und müssen das Unternehmen wirtschaftlich treffen." Der Streik ist unbefristet. Es beteiligen sich die Lufthansa-Bereiche Kabine, Technik, Catering, Cargo, Passage und Systems.

Verdi fordert ein "deutlich verbessertes Angebot" für die rund 52.000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft ist mit einer Lohnforderung von 9,8 Prozent für ein Jahr in die Verhandlungen gegangen. Die Lufthansa hatte zuletzt eine Erhöhung von 6,7 Prozent in zwei Schritten und eine Einmalzahlung angeboten.

Wie genau sich die Streiks auswirken, weiß die Lufthansa  noch nicht: Darüber könne bisher nur spekuliert werden, sagte ein Sprecher des Konzerns. Die Ankündigung von Verdi, dass alle 48.000 tariflich beschäftigten Mitarbeiter am Boden und in der Kabine in Streik treten würden, findet er aber "relativ vermessen". Gerade beim Kabinen- und Check-In-Personal sei nur ein geringer Teil in der Gewerkschaft organisiert. Insgesamt arbeiten bei der Fluggesellschaft 34.000 tariflich beschäftigte Mitarbeiter am Boden und 14.000 in den Kabinen.

Die Lufthansa bereitet sich laut einem Zeitungsbericht mit einem detaillierten Notfallplan auf die Streiks vor. Damit will sie 75 Prozent der Flüge sicherstellen. Am härtesten wird die Fluggesellschaft laut einem Bericht der "Rheinischen Post" vom Streik der Technik betroffen sein. Die Lufthansa-Maschinen sollen von Technikern anderer Fluggesellschaften betreut werden.

In dieser Woche hatte die Pilotengewerkschaft Cockpit bereits mit Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Cityline Druck auf den Konzern gemacht. Knapp tausend Flüge mussten gestrichen werden. Davon waren rund 30.000 Passagiere betroffen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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