TNK-BP Chef flieht aus Moskau

Der Druck der Behörden wurde ihm offenbar zu groß. Robert Dudley, Chef des russisch-britischen Energiekonzerns TNK-BP, verlässt Moskau. Zwischen den Anteilseignern tobt ein beispielloser Machtkampf, in dem auch die russischen Behörden kräftig mitmischen.

Moskau - In einem seit Monaten dauernden Machtkampf im russisch-britischen Energiekonzern TNK-BP hat Generaldirektor Robert Dudley Moskau verlassen, um die Firma aus dem Ausland zu führen. Das meldete die Agentur RIA Nowosti am Donnerstag unter Berufung auf das Unternehmen.

Er hoffe, dass nach seiner Ausreise der behördliche Druck auf den Konzern nachlasse, wurde Dudley zitiert. Er begründete seinen Schritt mit "präzedenzlosen" Ermittlungen und Prüfungen von Seiten der russischen Stellen. Auf Anraten unabhängiger Juristen habe er sich für die Ausreise entschlossen, sagte der Brite.

Erst am Dienstag hatte der britische Ölmulti BP die restlichen 60 seiner insgesamt 148 zu TNK-BP entsandten Mitarbeiter zurückgerufen. Nur ein Teil der ausländischen BP-Mitarbeiter hätten neue Russland-Visa erhalten, hieß es. Zwischen BP und dem Oligarchenkonsortium AAR auf russischer Seite tobt ein Kampf um die Kontrolle über Russlands drittgrößten Ölkonzern. Beide Seiten halten je 50 Prozent an TNK-BP.

Nach Ansicht von Kremlkritikern will sich der russische Staat in dem Streit den Anteil von BP sichern. Allerdings beteuert Präsident Dmitri Medwedew, der Staat habe nichts mit den Problemen zu tun.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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