Telekom 4000 Jobs bei T-Systems bedroht

Bei der Deutschen Telekom stehen offenbar erneut Tausende Jobs auf der Kippe. Bis zu 4000 Stellen sollen in der angeschlagenen Geschäftskundensparte T-Systems wegfallen. Der Konzern schließt dabei erstmals in seiner Geschichte betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Düsseldorf - Bei der Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom , T-Systems, droht ein umfassender Stellenabbau. T-Systems bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). Der Umbau des Unternehmens solle mit einem neuen Abfindungsprogramm beschleunigt werden, teilte T-Systems mit. Die Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, dass in der Sparte weltweit bis zu 4000 Arbeitsplätze wegfallen sollen.

T-Systems hatte in der Vergangenheit jährlich etwa 3000 bis 4000 Jobs abgebaut. Sollte das Unternehmen nicht auf den Wachstumspfad zurückkehren, dürfte sich dieses Entwicklung bis in das Jahr 2010 fortsetzen, hatte T-Systemschef Reinhard Clemens unlängst erklärt. Um T-Systems schnellstmöglich wieder auf die Erfolgskurs zu bringen, soll im September ein neues Abfindungsprogramm starten. Bis Februar 2009 könnten die Angestellten dann entscheiden, ob sie mit einer Abfindung freiwillig aus dem Unternehmen scheiden, teilte das Unternehmen mit. Die Höhe der Abfindung richte sich nach Alter und Betriebszugehörigkeit.

"Sollten unsere sozialverträglichen Maßnahmen nicht ausreichen, kann ich in letzter Konsequenz betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen", sagte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger dem Blatt.

Wie viele Stellen genau wegfallen werden, hängt laut Telekom von der Geschäftsentwicklung in diesem Jahr sowie möglichen Zu- und Verkäufen bis zum Jahr 2010 ab. Die Deutsche Telekom hatte Personal bisher stets ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut. Seit der Privatisierung 1995 hat der Konzern jedes Jahr rund 10.000 Stellen über umfangreiche Sozialprogramme reduziert.

Derzeit beschäftigt T-Systems weltweit 56.000 Mitarbeiter, der Umsatz beläuft sich auf knapp 13 Milliarden Euro. Die Sparte leidet unter dem harten Wettbewerb der Branche. Sie hat besonders mit den hohen Kosten für die Entwicklung von Softwarelösungen zu kämpfen - zumal Konkurrenten ihre Standorte zum Teil in Billiglohnländer verlagert haben. Um wettbewerbsfähige Preise bieten zu können, ging T-Systems unter anderem die Kooperation mit dem amerikanisch-indischen Konzern Cognizant ein. Schon vor geraumer Zeit hieß es, dass dorthin Stellen ausgelagert würden.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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