Emissionshandel Wirtschaft droht Milliardenbelastung

Die geplante Verschärfung des Emissionshandels führt zu starken Belastungen der deutschen Wirtschaft. Im Falle eines europäischen Alleingangs drohen der Industrie enorme Wettbewerbsverzerrungen: Betroffen wären vor allem die Chemie-, Stahl- und Luftfahrtindustrie.

Hamburg - Müssten Energiekonzerne und Industrie - wie von der EU-Kommission spätestens für 2020 geplant - ihre Verschmutzungsrechte bereits heute komplett selbst ersteigern, würde dies für die Unternehmen allein in diesem Jahr zu Mehrkosten von rund 13 Milliarden Euro führen. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (25. Juli) im Handel erhältlich ist.

Diese Belastungen würden im Falle eines europäischen Alleingangs beim Emissionshandel zu spürbaren Wettbewerbsverzerrungen führen. Unternehmen aus den energieintensiven Branchen wie Papier, Stahl, Zement und Chemie könnten dann sogar in ihrer Existenz bedroht werden.

"Wir mästen die Konkurrenz"

Viele Unternehmen verfügen kaum noch über Potenziale, um ihre Effizienz zu verbessern. "Inzwischen sind die großen Schritte an den Produktionsstandorten gemacht, jetzt sind noch nur Feinjustierungen möglich", sagte Harald Schwager, Vorstand beim Chemiekonzern BASF , gegenüber manager magazin.

Stark betroffen ist auch die Luftfahrtindustrie, die künftig ebenfalls in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden soll. So fürchtet die Lufthansa , auf wichtigen interkontinentalen Strecken ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber der schnell wachsenden Konkurrenz aus den Schwellenländern zu verlieren. "Wir mästen damit die Airlines aus den Golfstaaten, darunter auch Emirates, die ohnehin in ein paar Jahren die größte Fluglinie der Welt sein wird", so ein Lufthansa-Manager zu manager magazin.

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