Deutsche Bank "Vertrauensverlust sehr ernst nehmen"

Clemens Börsig zeigt sich über das drastisch gesunkene Ansehen deutscher Topmanager in der Öffentlichkeit besorgt. Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank sieht sein Haus in besonderer Verantwortung beim Thema Vertrauensbildung.
Von Ulric Papendick

Hamburg - "Wir müssen diesen Vertrauensverlust sehr ernst nehmen", sagte Börsig in einem Interview mit dem manager magazin, dessen neue Ausgabe am Freitag (25. Juli) erscheint: "Die öffentliche Wahrnehmung der Firmenlenker ist momentan sicher ein Problem bei uns."

Bei der Wiederherstellung der verloren gegangenen Reputation sieht Börsig die Deutsche Bank  aufgrund "unserer langen Tradition und der Tatsache, dass wir die größte Bank hierzulande sind", in einer besonderen Verantwortung.

Die noch immer schwelende Finanzkrise beobachtet der Chefkontrolleur des Frankfurter Geldinstituts mit Sorge: "Es sollte uns zu denken geben, dass es mittlerweile alle fünf Jahre zu einer tief greifenden Finanzkrise kommt."

Für sein Geldhaus erwartet Börsig indes keine nachhaltigen negativen Auswirkungen der aktuellen Verwerfungen. Auf die Frage, ob sich die Bankbranche an dauerhaft niedrigere Erträge und Renditen gewöhnen müsse, sagte Börsig: "Bei einigen Instituten mag das so kommen, für die Deutsche Bank erwarte ich es nicht."

Zur anstehenden Konsolidierung auf dem deutschen Bankenmarkt äußerte sich der frühere Finanzchef der Deutschen Bank zurückhaltend. "Wir machen nur etwas, das strategisch Sinn ergibt und Mehrwert für die Aktionäre schafft." Allerdings sei es für die Deutsche Bank "nicht unwichtig", ihre derzeitige Spitzenposition auf dem deutschen Markt zu behalten.

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