Türkei Geiseldrama beendet

Die entführten drei deutschen Bergsteiger sind frei. Ihnen gehe es gut und sie würden nach einer baldigen medizinischen Untersuchung den deutschen Behörden übergeben, sagte das türkische Außenministerium. Ob die Bundesregierung ein Lösegeld an die kurdischen PKK-Entführer der deutschen Touristen zahlte, ist unklar.

Ankara - Glückliches Ende im Geiseldrama: Zwölf Tage nach ihrer Entführung sind die in der Osttürkei von der verbotenen PKK entführten deutschen Bergsteiger wieder auf freiem Fuß. Die drei Männer aus Bayern befanden sich am Sonntag in sicherer Obhut der deutschen und türkischen Behörden, wie Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin sagte.

Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Wann sie nach Deutschland zurückkehren werden und ob die Bundesregierung ein Lösegeld für die Bergsteiger gezahlt hat, war zunächst unklar. Angehörige und Freunde der Bergsteiger reagierten mit Erleichterung und Freude.

Fragen zum Hergang der Freilassung der Männer im Alter von 33, 47 und 65 Jahren beantwortete Steinmeier nicht. Der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, erklärte in einer Telefonkonferenz, die Entführer hätten ihre Geiseln auf einem Hügel zurückgelassen und seien geflüchtet. Die Deutschen seien etwa eine halbe Stunde später von paramilitärischen Truppen abgeholt worden. Den Kidnappern seien Verfolger auf der Spur gewesen.

Die Deutschen würden nach einer baldigen medizinischen Untersuchung an die deutschen Behörden übergeben, sagte der Gouverneur weiter. Nach einem Bericht des privaten Fernsehsenders CNN-Türk befanden sich die Bergsteiger nach ihrer Freilassung zunächst in der Grenzstadt Dogubayazit. Die Stadt liegt in der Nähe des Ararats. Den 5137 hohen Berg hatte die insgesamt 13-köpfige Gruppe aus Bayern besteigen wollen. Am Abend des 8. Juli waren sie in einem Basislager auf rund 3200 Metern Höhe überfallen und die drei Männer verschleppt worden.

Die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) erklärte, sie habe die Deutschen um die Mittagszeit auf freien Fuß gesetzt. Dieser Schritt basiere auf einer freiwilligen Entscheidung der Rebellenorganisation und sei nicht unter Druck von außen zustande gekommen, wurde ein PKK-Sprecher von der prokurdischen Nachrichtenagentur Firat zitiert. Details würden am (morgigen) Montag bekanntgegeben.

Die PKK hatte gefordert, dass Berlin "seine feindliche Einstellung gegenüber dem kurdischen Volks und der PKK" beenden solle. Die Bundesregierung wies jedoch alle Forderungen zurück. Die PKK ist seit 1993 in Deutschland verboten. Zuletzt hatte das Bundesinnenministerium im Juni jegliche Unterstützung des in Dänemark ansässigen kurdischen Senders Roj TV verboten.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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