Continental 20 Prozent für Schaeffler

Continental-Lenker Manfred Wennemer hat dem Wälzlagerhersteller Schaeffler eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 20 Prozent an Continental angeboten. Der Chef des Hannoverschen Automobilzulieferers glaubt aber daran, die Übernahme durch die Franken abwehren zu können.

Hannover- Continental  will im Abwehrkampf gegen die Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe Ruhe bewahren. "Wir werden nichts tun, was nicht im Interesse unserer Mitarbeiter, unserer Kunden und unserer Eigentümer ist", sagte Conti-Chef Manfred Wennemer der "Welt am Sonntag".

Der Chef des weltweit viertgrößten Autozulieferers aus Hannover zeigt sich zuversichtlich, die feindliche Übernahme durch das fränkische Familienunternehmen abwehren zu können. "Wir haben wirklich gute Chancen, zu gewinnen", sagte Wennemer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

"Es wäre schlimm, wenn jemand durch die Hintertür die Früchte dessen erntet, was wir über viele Jahre gesät haben", sagte der Conti-Chef. Er schlägt der Schaeffler-Gruppe daher nur eine Beteiligung an Continental vor. "Im Sinne der Continental und ihrer Aktionäre unterstützen wir ein Ankerengagement der Familie Schaeffler von bis zu 20 Prozent", sagte der Manager der "Welt am Sonntag". Schaeffler hatte bis zuletzt allerdings an einer Kontrollmehrheit von mehr als 30 Prozent festgehalten.

Wennemers Hoffnung, den Übernahmeversuch der Franken noch rundheraus abwehren zu können, ruht weiterhin auch auf der Bafin. "Es gibt durchaus Fälle, in denen die deutsche Finanzaufsicht solche illegalen Fälle abgewehrt hat", sagte er. Schaefflers Vorgehen verstoße gegen deutsches Recht, meint Wennemer. Finanzkreise allerdings sind nicht der Meinung, dass die Bafin die Übernahme verhindern wird.

Schaeffler hat sich über verschiedene Finanzgeschäfte wie Aktienkäufe, Optionen und Swapgeschäfte Zugriff auf 36 Prozent der Conti-Aktien gesichert und würde damit über eine Kontrollmehrheit auf der Hauptversammlung verfügen. Erst am Dienstag hatte der Wälzlagerhersteller aus Herzogenaurach bei Nürnberg eine Übernahmeofferte über gut elf Milliarden Euro - oder 69,37 Euro je Aktie - für den knapp dreimal größeren Autozulieferer aus Hannover vorgelegt. Allerdings liegt dieser Preis unter dem Schlusskurs der Conti-Aktie  vom Freitag in Höhe von 71,97 Euro.

Wennemer sieht die Offerte als zu niedrig an. "Wer die faktische Kontrolle über dieses Unternehmen übernehmen will, muss einen fairen Preis zahlen und das Unternehmensinteresse im Auge habe", sagte Wennemer dem "Spiegel". Auch zeigte sich Wennemer zuversichtlich, die Unterstützung seines Aufsichtsrates für die Abwehrstrategie zu erhalten. "Ich gehe fest davon aus, dass wir am kommenden Mittwoch von unserem Aufsichtsrat eine klare Stellungnahme haben", sagte Wennemer der FAS.

Zudem räumte der Conti-Chef ein, bereits vor zwei Jahren mit dem Wälzlagerhersteller um einen Einsteig verhandelt zu haben. "Es gab zwei Gespräche", sagte Wennemer. "Danach sind wir zum Schluss gekommen, dass eine Verbindung keinen Sinn ergibt. Einer der Gründe der Schaeffler-Gruppe war, dass es keine Synergien gebe."

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) will Unternehmen in Deutschland derzeit nicht weitgehender vor feindlichen Übernahmen schützen lassen. Das bereits beschlossene, aber noch nicht in Kraft getretene Risikoabgrenzungsgesetz reiche aus: "Ich kann doch nicht ein Gesetz wegen des Einzelfalles Continental ändern", sagte Steinbrück der "Welt am Sonntag".

manager-magazin.de mit Material von reuters

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