Siemens Sorge um ostdeutsche Standorte

Siemens spart, an Stellen und Gehältern. Davon könnten die Standorte in Ostdeutschland härter als andere getroffen werden, fürchten Arbeitnehmervertreter. Dort sei die Personaldecke oft bereits so dünn, dass nur noch die Schließung bleibe, wenn die Konzernführung ernst macht.

Berlin - Arbeitnehmervertreter erwarten, dass der geplante Personalabbau bei Siemens  einige Standorte in den neuen Bundesländern besonders hart treffen wird. "Wir fürchten, dass die Neuorganisation im Vertrieb die Standorte in Ostdeutschland überdurchschnittlich stark betreffen wird", sagte Bettina Haller, Mitglied im Gesamtbetriebsrat und im Aufsichtsrat von Siemens, dem "Tagesspiegel am Sonntag".

In Ostdeutschland sei die Personaldecke in den vergangenen Jahren ohnehin bereits sehr ausgedünnt worden. "Ein weiterer Abbau wird einige Standorte in ihrer Existenz gefährden", sagte Haller.

Am Donnerstag hatten sich Betriebsräte aus Berlin und Ostdeutschland in der Hauptstadt getroffen, um zu beraten, wie die Arbeitnehmervertreter auf die Personalpläne des Konzerns Einfluss nehmen können.

am Samstag war bekannt geworden, dass Siemens neben der Streichung von weltweit rund 17.000 Arbeitsplätzen weitere Einschnitte plant. Ein Sparprogramm sehe unter anderem Gehaltskürzungen für Mitarbeiter der sogenannten Healthcare-Sparte in Erlangen vor, berichtete das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.

Außerdem wolle der Konzern bis zum Jahresende rund 4000 Siemens-Werkswohnungen verkaufen, berichtete das Magazin "Focus" unter Berufung auf Betriebsräte. 2300 Wohnungen befänden sich in Erlangen, 1150 in München, gut 500 in Karlsruhe und Bruchsal. Von den Gehaltskürzungen um rund zehn Prozent sind nach "Spiegel"-Informationen rund 390 Vertriebsmitarbeiter betroffen,

Siemens-Chef Peter Löscher wolle sich zudem von sogenannten Randaktivitäten trennen und stelle nun die knapp 4000 Siemens- Werkswohnungen zur Disposition, berichtete "Focus". Bisher würden diese Wohnungen über eine hauseigene Immobilienfirma an Mitarbeiter vermietet.

Ein Konzern-Sprecher habe eingeräumt, dass sich das Thema "in der Überlegungsphase" befinde; entschieden sei aber noch nichts. Der Erlanger Betriebsratsvorsitzende Bruno Wägner sei hingegen vom Siemens-Management darüber informiert worden, "dass alle Wohnungen bis zum 21. Dezember dieses Jahres verkauft sein sollen."

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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