Porsche Termin für VW-Übernahme steht

Porsche ist sich der Kontrolle über Volkswagen sicher. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller wird voraussichtlich Anfang September die Stimmrechtsmehrheit im vielfach größeren Wolfsburger Konzern erreichen. Dann wird ein Terminvertrag zum Kauf von VW-Aktien fällig.

Waldachtal - Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sagte am Mittwochabend in Waldachtal im Schwarzwald: "Am 2. September haben wir die absolute Mehrheit in der Hauptversammlung." Ein Porsche-Sprecher ergänzte, an diesem Datum werde das jüngste Termingeschäft zum Erwerb weiterer 5 Prozent der Volkswagen-Stimmrechte  wirksam. "Dann ist Closing", sagte er.

Wiedeking sagte, die VW-Übernahme "wird vollzogen - Stück für Stück". Das sei "nicht mehr zu korrigieren". Mit dem Abschluss des Termingeschäfts ist aus der Sicht von Porsche der Weg für die Mehrheitsübernahme von VW frei. Bis zum 23. Juli will die EU-Kommission entscheiden, ob sie Einwände gegen den Erwerb einer Mehrheit an VW durch Porsche  hat.

Bislang hält Porsche eigenen Angaben zufolge knapp 31 Prozent an VW. Mit dem jüngsten Termingeschäft über den Erwerb weiterer 5 Prozent der VW-Stimmen hatte Porsche die EU-Kommission vor wenigen Wochen nach eigenen Angaben überzeugt, dass tatsächlich die Mehrheit bei VW angestrebt wird. Die EU-Wettbewerbshüter hatten von Porsche einen Nachweis darüber verlangt, andernfalls hätte die Behörde den Genehmigungsantrag nicht prüfen müssen.

Mit dem von Porsche Anfang September gehaltenen Aktienpaket von insgesamt 36 Prozent gilt eine Hauptversammlungsmehrheit als sicher. Zweitgrößer VW-Aktionär ist das Land Niedersachsen mit gut 20 Prozent der Stimmen.

Dem Übernahmewunsch von Porsche müssen noch einige Kartellbehörden rund um den Globus zustimmen. Nach Vorlage aller Genehmigungen will Porsche dann weitere VW-Stammaktien erwerben, um dann mehr als 50 Prozent der Stimmen zu halten. Dafür steht dem finanzkräftigen Stuttgarter Konzern eine Kreditlinie von mehr als zehn Milliarden Euro zur Verfügung.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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