Tui Großaktionär wird größer

Tui-Großaktionär Alexej Mordaschow hat seinen Einfluss auf den Touristik- und Schifffahrtskonzern vergrößert. Der russische Investor hat offenbar Tui-Aktien der spanischen Fiesta-Hotelgruppe gekauft - und damit seine Konkurrenz mit dem größten Tui-Aktionär John Fredriksen verschärft.

Hannover - Alexej Mordaschow hat seinen Tui-Anteil aufgestockt. Zuvor hatte die spanische Fiesta-Hotelgruppe vier Millionen Aktien des Unternehmens verkauft, was in etwa 1,7 Prozent aller Tui-Anteile entspricht. Zu der Transaktion nahm Tui  nicht Stellung.

Mordaschow ist bisher mit gut 10 Prozent zweitgrößter Tui-Aktionär nach dem norwegischen Reeder John Fredriksen, der inzwischen mehr als 15 Prozent der Anteile an dem Hannoverschen Unternehmen hält - und seit Monaten Front gegen die Tui-Spitze macht. Der Russe gilt dagegen als Unterstützer der Tui-Führung um Konzernchef Michael Frenzel. Er will mit Frenzel in einem Gemeinschaftsunternehmen auf dem russischen Reisemarkt expandieren. Mordaschow hat sich in dem Machtkampf mit Fredriksen bisher aber stets zurückgehalten.

Fredriksen hatte zuletzt wiederholt sein Interesse betont, Aktien von Mordaschow kaufen zu wollen, um sein Lager zu stärken. Er will die Tui-Führung stürzen, hatte dafür auf der Hauptversammlung im Mai aber die nötige Mehrheit verfehlt. Für die von ihm angestrebte Absetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow fehlten ihm gut 7 Prozent der Stimmen.

Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Fredriksen habe Mordaschow ein höheres Angebot für seine Tui-Aktien unterbreitet. Ein Sprecher von Mordaschows Beteiligungsgruppe S-Group sagte, Mordaschow habe nicht die Absicht, zu verkaufen. Bei dem Machtkampf geht es vor allem auch um die Tui-Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd, die auf Drängen einer Aktionärsgruppe unter Fredriksens Beteiligung vom Tui-Konzern abgespalten werden soll.

Beschäftigte der Containerreederei Hapag-Lloyd in Hamburg und Abgeordnete der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt demonstrierten am Mittwoch gegen den Verkauf des Unternehmens ins Ausland. Sie sorgen sich vor allem um die Arbeitsplätze. Hapag-Lloyd sei ein nicht wegzudenkender Teil Hamburgs und ein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg und die Zukunft des Hafens.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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