Lufthansa Mehr Passagiere, höhere Löhne

Deutschlands bedeutendste Luftfahrtgesellschaft hat im Juni mehr Fluggäste befördert als im entsprechenden Vorjahresmonat. Das Frachtgeschäft lief allerdings schlechter als zuvor. Dennoch fühlt sich die Lufthansa stark genug, ihren Beschäftigten deutlich höhere Löhne zu bieten.

Frankfurt am Main - Die Lufthansa  hat im Juni ihre Passagierzahlen erneut gesteigert. Die größte deutsche Fluggesellschaft zählte im vergangenen Monat - ohne die Tochter Swiss - 5,2 Millionen Passagiere. Das entspricht einem Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Juni 2007, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die verkaufte Strecke legte um 5,8 Prozent zu.

Ihr Angebot hatte Lufthansa jedoch noch stärker ausgebaut, so dass die Auslastung um 1,1 Prozentpunkte auf 81 Prozent zurückging. Im Frachtgeschäft verbuchte das Unternehmen ein Minus von 2,8 Prozent auf 149.000 Tonnen.

Personalchef Stefan Lauer hat der Gewerkschaft Verdi unterdessen ein neues Tarifangebot vorgelegt. Statt der bislang offerierten Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent über eine Laufzeit von 18 Monaten biete die Lufthansa ihren Beschäftigten nun in den kommenden beiden Jahren insgesamt 6,7 Prozent mehr Lohn, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Hierzu sei eine zweistufige Gehaltserhöhung vorgesehen von zunächst 4,6 Prozent bis zum Juli 2009 und weiteren 2,1 Prozent bis zum März 2010. Zusätzlich solle das Boden- und Kabinenpersonal bis spätestens August ein Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent eines Jahresgehalts bekommen. Die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages solle 21 Monate betragen, sagte die Sprecherin.

Am Mittag hatte bei der Lufthansa die vierte und entscheidende Runde der Tarifverhandlungen begonnen. Vertreter der Fluggesellschaft und der Gewerkschaft Verdi waren in Frankfurt am Main zu Gesprächen zusammengekommen. Bei den bisherigen Verhandlungsrunden war keine Einigung erzielt worden. Verdi hatte zuletzt ein Lohnplus von 9,8 Prozent gefordert, die Lufthansa aber nur 5,5 Prozent geboten.

Sollte auch die jetzige vierte Runde der Tarifgespräche scheitern, werden bei der Lufthansa unbefristete Streiks und damit Flugausfälle zur Haupturlaubszeit wahrscheinlich.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.