Finanzmarkt Wer ist wer im Bankenmonopoly

Der Verkauf deutscher Filialbanken geht in die heiße Phase. Die Citibank ist bereits verkauft - an französische Bankgenossen. Ob ein neuer deutscher Bankenriese um Dresdner, Commerz- und Postbank entsteht, hängt vom Geschick der Topmanager ab. manager-magazin.de zeigt, wie die wichtigsten Akteure miteinander verbunden sind.

Hamburg - Die Finanzkrise hat die Rangordnung in der Bankenbranche auf den Kopf gestellt. Das Investmentbanking, das weltweit für Probleme sorgt, ist out. Traditionelles Privatkundengeschäft, das weniger Wachstum aber auch weniger Risiken bringt, wird dagegen zum Hoffnungsträger.

CO2-Emission einer Reise von Hamburg nach München (einfache Strecke) LFU-Rechner Atmosfair-Rechner Quarks Co.-Rechner

Flug ***

190 Kg

170 Kg

175 Kg

Bahn

50 Kg

k.A. **

62,5 Kg

Auto *

150 Kg

k.A. **

110 Kg

Dr. Frank Appel

Dr. Frank Appel

Foto: Deutsche Post
Martin Blessing

Martin Blessing

Foto: DPA
Paul Achleitner

Paul Achleitner

Dr. Wolfgang Klein

Dr. Wolfgang Klein

Foto: Postbank
Klaus-Peter Mueller

Klaus-Peter Mueller

Foto: DDP
Dr. Herbert Walter

Dr. Herbert Walter

Foto: Dresdner Bank
Paul Wieandt

Paul Wieandt

Foto: DDP
Dorothee Blessing

Dorothee Blessing

Dr. Axel Wieandt

Dr. Axel Wieandt

Sogar der deutsche Markt, der wegen der Zersplitterung mit vielen konkurrierenden Filialen und der Dominanz von Sparkassen und Genossenschaftsbanken als besonders margenschwach verschrieen ist, gilt plötzlich als Objekt der Begierde. Die Unternehmensberatung McKinsey zählt Deutschland in einer neuen Studie neben osteuropäischen und arabischen Schwellenländern zu den "next 20 countries", in denen zukünftige globale "Bankgiganten" stark sein werden - Unternehmen, deren Börsenwert schon in acht Jahren heutige Ölkonzerne in den Schatten stellt.

Wenn die Vorhersage stimmt, könnte die Konsolidierung des deutschen Markts in diesem Jahr mit darüber entscheiden, wer zu diesen Giganten der nahen Zukunft gehört. Zwei der größten Filialinstitute stehen gleichzeitig zum Verkauf: die Postbank  und die zum Allianz-Konzern  gehörende Dresdner Bank. Bei den deutschen Niederlassungen der amerikanischen Citigroup , um die sich auch die Deutsche Bank bewarb, hat der französische Genossenschaftsverband Crédit Mutuel das Rennen gemacht.

Die Bundesregierung wünscht sich, dass heimische Konzerne eine führende Rolle beim Entstehen der neuen Giganten spielen. Finanzminister Peer Steinbrück hat mehrfach einen weiteren "nationalen Champion" gefordert. Demnach wäre eine Variante optimal, über die das manager magazin im Mai berichtet hat: Commerzbank und Dresdner Bank übernehmen gemeinsam die Postbank, die Allianz tritt als schützende Großaktionärin in den Hintergrund. Ob die Deutsche Bank  nach ihrer Niederlage im Rennen um die Citibank sich wieder stärker Dresdner oder Postbank zuwendet, ist fraglich. Bei diesem Szenario würden einige der wichtigsten deutschen Akteure eine Rolle spielen.

Doch bloß weil der deutsche Markt zum Spielfeld der neuen globalen Riesen wird, müssen diese Riesen nicht unbedingt aus Deutschland kommen. Laut einer neuen Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW rechnen die meisten Finanzexperten damit, dass Auslandsbanken über Zukäufe in Deutschland wachsen werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie übernehmen ein fertiges Filialnetz, über das sie ihre oft standardisierten Produkte anbieten können.

Die Vorteile der Auslandsbanken

Die Vorteile der Auslandsbanken

Josef Ackermann, als Vorstandschef der Deutschen Bank die Leitfigur schlechthin im Frankfurter Bankenviertel, dämpft die Erwartungen: Ein erfolgreicher Zusammenschluss am deutschen Markt in diesem Jahr sei nicht sicher, sagte er der "Welt" am Montag. "Das Umfeld ist schwierig." Vor allem die Kriegskasse der Commerzbank ist infolge der Finanzkrise begrenzt.

Ganz anders sieht es etwa bei der spanischen Santander  aus, die schon seit Jahren auf das Privatkundengeschäft setzt und von der Krise völlig unbeschadet an Europas Branchenspitze vorgerückt ist. Selbst ihre Beteiligung an der Übernahme der niederländischen ABN Amro zum Rekordpreis im vergangenen Jahr haben die Spanier problemlos verdaut.

Nach dem derzeitigen Stand der Gerüchte erscheint ein Zusammengehen von Commerz- und Dresdner Bank mit der Allianz als Großaktionärin durchaus wahrscheinlich, die gemeinsame Übernahme der Postbank als zweiter Schritt aber weniger. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass die beiden Großbanken intensiv ihr Zweierbündnis vorbereiten und wegen des Zeitdrucks bei der Postbank, die nach dem Wunsch der Deutschen Post  noch in diesem Jahr verkauft werden soll, praktisch aus dem Rennen seien.

Andererseits lassen die beiden Banken durchblicken, sehr wohl noch für die Postbank zu bieten. Hintergrund dieses Widerspruchs dürfte sein, dass über den Preis gepokert wird. Aus Finanzkreisen heißt es, die Post wolle einen Kaufpreis von mehr als zehn Milliarden Euro durchsetzen, die Bieter sähen den derzeitigen Börsenwert aber als überhöht an.

Ein Zusammenschluss von drei Banken sei auch nicht viel komplizierter als von zweien, heißt es im Umfeld der Allianz. Doch das klingt nach Zweckoptimismus. Mit den drei verschiedenen Banken sind nicht nur drei verschiedene Farben und Namen zusammenzubringen, sondern auch drei verschiedene Unternehmenskulturen, drei verschiedene IT-Systeme und drei verschiedene Versicherungspartner:

Die Dresdner kooperiert mit der Konzernmutter Allianz, die Commerzbank mit Großaktionärin Generali  und die Postbank mit der Hannoveraner Talanx. Alle drei wollen weiterhin über die Bankfilialen Versicherungen vertreiben können oder sich den Verzicht auf dieses Recht wenigstens für einen Milliardenbetrag abkaufen lassen. Das erschwert eine Übernahme mindestens ebenso wie die gut 7000 unkündbaren Beamten in Diensten der Postbank und die oft in direkter Nachbarschaft liegenden Filialen. Für ausländische Bieter, die bisher auf dem deutschen Markt nicht aktiv sind, wären diese Probleme weitaus geringer.

Das Netzwerk der Deutschen

Das Netzwerk der Deutschen

Doch die deutschen Akteure haben etwas, das für ausländische Großbanken wie Santander oder Lloyds TSB  unerreichbar ist: die richtigen Kontakte. Commerzbank-Chef Martin Blessing kennt seine Kollegen Frank Appel von der Deutschen Post und Wolfgang Klein von der Postbank gut aus gemeinsamen Jahren bei der Unternehmensberatung McKinsey.

Mit Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter hat er schon vor acht Jahren eine deutsche Bankenfusion geplant - mit vertauschten Rollen: Blessing war damals bei der Dresdner, Walter bei der Deutschen Bank. Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner hat wie Blessing in St. Gallen studiert und mit seiner Ehefrau bei der Investmentbank Goldman Sachs  zusammengearbeitet. Die familiären Kontakte reichen bis ins Umfeld von Josef Ackermann. Blessings Vorgänger Klaus-Peter Müller kann die besten politischen Kontakte für die Commerzbank nutzen. Wenn es zu einem neuen "nationalen Champion" kommen sollte, dann wären diese Verbindungen zumindest nicht schädlich.

Klicken Sie auf die Köpfe, um mehr über das Who is who zu erfahren:

CO2-Emission einer Reise von Hamburg nach München (einfache Strecke) LFU-Rechner Atmosfair-Rechner Quarks Co.-Rechner

Flug ***

190 Kg

170 Kg

175 Kg

Bahn

50 Kg

k.A. **

62,5 Kg

Auto *

150 Kg

k.A. **

110 Kg

Dr. Frank Appel

Dr. Frank Appel

Foto: Deutsche Post
Martin Blessing

Martin Blessing

Foto: DPA
Paul Achleitner

Paul Achleitner

Dr. Wolfgang Klein

Dr. Wolfgang Klein

Foto: Postbank
Klaus-Peter Mueller

Klaus-Peter Mueller

Foto: DDP
Dr. Herbert Walter

Dr. Herbert Walter

Foto: Dresdner Bank
Paul Wieandt

Paul Wieandt

Foto: DDP
Dorothee Blessing

Dorothee Blessing

Dr. Axel Wieandt

Dr. Axel Wieandt

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.