Tui-Gerücht Fredriksen will Mordaschow herauskaufen

Angeblich will der größte Tui-Aktionär, John Fredriksen, seinen Mitaktionär Alexej Mordaschow aus dem Konzern herauskaufen. Der gab jedoch an, keine Verkaufsabsichten zu haben.

Frankfurt am Main - Der größte Tui-Aktionär John Fredriksen (Norwegen) will seinen Mitaktionär Alexej Mordaschow (Russland) nach Medienberichten aus dem Konzern herauskaufen. "Wir haben keine Absicht zu verkaufen", sagte jedoch ein Sprecher von Mordaschows Gesellschaft S-Group am Dienstagabend der Finanznachrichtenagentur dpa-afx.

Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim hatte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" laut einer Vorabmeldung gesagt, Fredriksen habe Mordaschow ein höheres Angebot für seine Tui-Aktien unterbreitet.

"Wenn wir Mordaschows Anteil bekommen, müssen wir uns nicht länger mit Diskussionen aufhalten", sagte Troim der "FAZ". "Dann können wir die notwendigen Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand vornehmen." Fredriksen ist mit 15 Prozent an Tui  beteiligt, Mordaschow mit 10 Prozent. Sollte Mordaschow nicht verkaufen, werde man weitere Tui-Aktien über den Markt zukaufen, kündigte Troim an. "Wir werden unseren Einfluss ausbauen."

Troim sprach sich gegen den von Tui-Chef Michael Frenzel derzeit geplanten Verkauf der Container-Reederei Hapag-Lloyd aus: "Tui sollte den Verkaufsprozess sofort stoppen. Der Ölpreis und die abkühlende Weltkonjunktur drücken die Bewertung aller Container-Reedereien. Es ist also der falsche Zeitpunkt für eine Veräußerung."

Troim forderte des weiteren Tui-Vorstandsschef Michael Frenzel erneut zum Rücktritt auf. "Es ist höchste Zeit, dass Frenzel geht. Selbst wenn er dazu abgefunden werden muss: Diese 12 Millionen Euro sind die beste Investition, die Tui im Moment machen kann", sagte Troim der Zeitung.

Bereits im Vorfeld der Tui-Hauptversammlung im Mai hatte Fredriksen erfolglos versucht, den zehnprozentigen Anteil Mordaschows zu bekommen. Mit den Anteilen des Russen käme Fredriksen auf gut 25 Prozent der Anteile - und mit Hilfe verbündeter Aktionäre möglicherweise auf eine Mehrheit in einer Aktionärsversammlung.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa-afx und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.