Buchauszüge Licht und Schatten bei MAN

MAN wird 250 Jahre alt. Der Konzern feiert - gab aber auch eine Studie über seine Historie in Auftrag, die die dunklen Seiten nicht ausspart. Exklusiv präsentiert manager-magazin.de Auszüge, in denen es um die Verwicklung des Maschinenbauers in die nationalsozialistische Kriegswirtschaft geht, um Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge.

München - 250 Jahre, welch eine lange Geschichte. Nur wenige Unternehmen blicken auf eine so lange Tradition zurück wie MAN. So viele Epochen, Wendungen, Neuformierungen.

Nicht immer hieß das Unternehmen MAN. Am Anfang der 250 Jahre steht die Gründung der Hütte St. Antony bei Osterfeld 1758. Zu Bergbau und Stahlproduktion kamen Maschinenfabriken, unterschiedlichste Unternehmen, die sich erst nach und nach zu dem zusammenfanden, was ab 1908 "Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG" hieß, kurz: MAN.

Heute ist MAN ein Dax-notierter Multi, am bekanntesten für seine Lkws, geleitet von dem Schweden Hakan Samuelsson. Der Weg dahin ist deutsche Industriegeschichte, in der es um Stahl und rauchende Fabrikschlote geht. MAN führte den Dieselmotor ein, baute die Wuppertaler Schwebebahn und Rotationsdruckmaschinen.

MAN gehörte aber auch zu den zentralen Rüstungslieferanten in den zwei Weltkriegen, baute Lkws und Maschinen für Panzer und U-Boote. Die Manager von damals arrangierten sich mit denen, die diese Kriege führten. Sie stellten den Angriffkrieg ebenso wenig in Frage wie die Ideologie, die ihnen tausende von Zwangsarbeitern in die Hallen spülte.

Dem heutigen deutschen Kommunikationschef Wieland Schmitz ist es zu verdanken, dass all das, die dunklen Stunden wie die Sternstunden, nun in einer umfassenden historischen Übersicht gesammelt wurde. Er überzeugte die Manager von heute, die sich sonst in der Öffentlichkeit sehr zurückhalten, die Geschichte ihres Konzerns möglichst umfassend transparent zu machen. Schließlich beauftragten sie den promovierten Historiker Johannes Bähr, die Weimarer Jahre und das Wirtschaften der MAN im Dritten Reich zu beleuchten. "Die MAN. Eine deutsche Industriegschichte" ist als Buch ab 22. Juli im Handel und gibt einen detaillierten Überblick, über die Gründung, die Aufbaujahre, die Kriegsjahre und den Wiederaufbau nach 1945.

Bähr, der bereits die Geschichte der Dresdner Bank in Nazi-Deutschland untersucht hat, bekam freien Zugang zu allen Firmenarchiven, ohne dass jemand eine Gegenleistung erwartet hätte, berichtet der Historiker. Das Ergebnis ist ein umfassendes Werk über die MAN. Über große Ingenieure, große Unternehmer ebenso wie die große Skrupellosigkeit, die manche Entscheidung leitete. manager-magazin.de präsentiert in loser Folge Auszüge. Beginnend mit den Passagen, die in den Nachkriegsjahren wohl noch undenkbar gewesen wären.

MAN: Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge MAN: Krisen der Weimarer Jahre MAN: Wie der heutige Konzern entstand

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