Stromnetze RWE investiert 2,2 Milliarden Euro

Der Stromkonzern RWE will bis 2010 sein Stromnetz für 2,2 Milliarden Euro ausbauen. Eine weitere Milliarde Euro will der Konzern in das bestehende Netz investieren. Damit reagiert das Unternehmen auf den Ausbau der Windkraft in Norddeutschland. Zudem erhalten Spekulationen um eine "Netz AG" der großen Stromanbieter neue Nahrung.

Dortmund - Ein entsprechender Investitionsplan sei der Bundesnetzagentur übergeben worden, teilte die Tochter RWE Transportnetz Strom GmbH am Donnerstag mit. Der Plan enthalte alle Projekte, die bis 2010 begonnen würden. Über diese Mittel hinaus werde eine Milliarde Euro in das bestehende Netz investiert. Dieser Betrag stehe jedoch nicht im Investitionsplan.

Zu den Ausbauprojekten gehörten unter anderem 160 Kilometer neuer Leitungen für Windenergie in Norddeutschland und 200 Kilometer zur Verbindung des östlichen Ruhrgebiets mit dem Raum Frankfurt. Zudem solle eine Rheinschiene vom Niederrhein bis Koblenz führen, die rund 160 Kilometer lang werde, hieß es.

Hintergrund der massiven Investitionen seien vor allem die Zunahme der Windkraft sowie der Umbau des RWE-Kraftwerkparks. Vor allem in Norddeutschland entstehen neue Windenergieanlagen - der daraus gewonnene Strom muss in die Verbrauchszentren in den Südwesten und Süden der Republik geleitet werden. Ohne einen entsprechenden Ausbau der Netze würde die Gefahr von Blackouts steigen.

Auch die anderen deutschen Stromriesen investieren kräftig in ihre Netze. Bei Vattenfall sind es rund 2,5 Milliarden Euro, bei Eon geht es nach Angaben des "Handelsblatts" um eine vergleichbare Summe. Damit erhalten die Spekulationen neue Nahrung, dass die großen vier Energieerzeuger RWE, Eon, Vattenfall und EnBW ihre Stromnetze in einer "Netz AG" mit Beteiligung des Bundes zusammenschließen, schreibt die Zeitung.

Die EU-Kommission will die Stromkonzerne dazu zwingen, ihre Stromnetze abzugeben. Die Gründung einer gemeinsamen "Netz AG" könnte für die Unternehmen ein Ausweg sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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