Babyphone-Affäre Ermittler geben auf

In der vermeintlichen Abhöraffäre um Porsche-Chef Wendelin Wiedeking stellt die Staatsanwaltschaft laut einem Pressebericht die Ermittlungen ein. Im Hotelzimmer des Konzernlenkers hatte eine Sicherheitsfirma ein angeschaltetes Babyphone gefunden.

Hamburg - Die Ermittlungen zum möglichen Babyphone- Lauschangriff auf Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sollen nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" eingestellt werden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig wollte dies am Samstag jedoch nicht bestätigen. Die Ermittlungen seien im Wesentlichen abgeschlossen und es werde eine Abschlusserklärung vorbereitet, betonte der Sprecher.

Wiedeking soll im vergangenen November in einem Wolfsburger Hotelzimmer mit einem Babyphone belauscht worden sein. Porsche  und Volkswagen  hatten Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Auf dem Gerät waren keine Fingerabdrücke festgestellt worden. Dies spricht ebenso wie der Fundort dafür, dass es nicht von früheren Hotelgästen einfach vergessen worden war. Tests ergaben, dass Gespräche in dem Hotelzimmer durch das Babyphone allenfalls in die nächstgelegenen Räume übertragen werden könnten. Allerdings auch nur in schlechter Qualität.

In Hotelzimmern neben dem des Porsche-Chefs waren Mitarbeiter der Abteilung Konzernsicherheit des VW-Konzerns untergebracht. Ein konkreter Verdacht lässt sich nach Einschätzung der Ermittler damit aber nicht begründen.

Die Staatsanwälte prüften auch, ob die Sicherheitsfirma, die das Gerät entdeckt hatte, das Babyphone platziert haben könnte, um einen Lauschangriff vorzutäuschen. Dafür ergaben sich keinerlei Hinweise. Wenn man nicht noch auf eine neue Spur stoße, so ein Ermittler, könne der Fall nicht aufgeklärt werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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