Volkswagen Absatzdelle umkurvt

Volkswagen hat im Mai weniger Fahrzeuge seiner Kernmarke VW verkauft. Doch im Vergleich zu dem heftigen Einbruch des weltweiten Automarkts schlagen sich die Wolfsburger gut. Die Konzernmarke Skoda wächst sogar schnell.

Wolfsburg - Mit 318.600 veräußerten Wagen sank der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent, wie Europas größter Autohersteller am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Damit habe sich Volkswagen  mit dem Verkauf von Modellen wie Fox, Polo, Golf, New Beetle oder Passat besser geschlagen als der gesamte weltweite Automobilmarkt. Dieser sei im Mai um 2,9 Prozent eingebrochen.

Von Januar bis Mai verkauften die Wolfsburger nach eigenen Angaben weltweit 1,57 Millionen Fahrzeuge und damit 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das sei so viel wie noch nie in den ersten fünf Monaten eines Jahres. Wachstumstreiber seien neben China auch der Heimatmarkt Deutschland und Brasilien gewesen.

In China und Brasilien legte VW jeweils um fast 19 Prozent zu. In Deutschland wurden mit 218.400 Pkw 9,2 Prozent mehr ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum. In den ersten vier Monaten hatte der Zuwachs noch bei 12,8 Prozent gelegen. Im Mai legte der Deutschland-Absatz damit nur noch um rund 1 Prozent zu.

Bis 2018 will Volkswagen nach eigenen Angaben jährlich weltweit 6,6 Millionen Fahrzeuge seiner Kernmarke an die Kundschaft bringen. Im vergangenen Jahr konnte Volkswagen rund 3,66 Millionen Autos absetzen.

Die Volkswagen-Tochter Skoda will ihren Absatz im laufenden Jahr um mehr als 10 Prozent steigern. Nach den ersten fünf Monaten sei man zuversichtlich, im Gesamthaahr 700.000 Autos zu verkaufen, teilte Skoda am Freitag im tschechischen Mlada Boleslav mit. Das wären 11 Prozent mehr als 2007, als die VW-Tochter 630.000 Fahrzeuge absetzte. In den ersten fünf Monaten sei der Absatz um gut 18 Prozent auf 301.521 Fahrzeuge gestiegen. Damit habe Skoda bereits nach fünf Monaten so viele Fahrzeuge ausgeliefert wie im gesamten ersten Halbjahr 2007.

Die Aktien des italienischen Wettbewerbers Fiat  fielen in Mailand am Freitag um rund 3 Prozent. Konzernchef Sergio Marchionne blickt sorgenvoll in die Zukunft. Der Absatz auf dem italienischen Markt werde "dasselbe Desaster wie im Mai", als der Absatz um 19 Prozent einbrach. Das zweite Quartal werde jedoch dennoch den bisherigen Prognosen entsprechen, sagte er, unter Hinweis darauf, dass es erst Mitte Juni sei.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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