USA Airbus-Partner verschiebt Werksbau

Amerika jubelt über die Entscheidung des Rechnungshofs, den ersten großen Militärauftrag an EADS infrage zu stellen. Doch auch in den USA gäbe es viele Verlierer, falls die Europäer die Tankflugzeuge tatsächlich nicht bauen dürfen. Ihr US-Partner Northrop Grumman hat einen Werksneubau auf Eis gelegt.

Washington - Der Airbus-Partner Northrop Grumman  hat den Spatenstich für das geplante neue Tankflugzeugwerk im US-Bundesstaat Alabama auf unbestimmte Zeit verschoben.

Dies geschehe "aus offensichtlichen Gründen", sagte ein Northrop-Sprecher am Donnerstag über die ursprünglich für den 28. Juni geplante Zeremonie. Eine amerikanische Bundesbehörde hatte sich am Vortag hinter einen Protest des Konkurrenten Boeing  gegen die Vergabe des 35-Milliarden- Dollar-Auftrags an EADS  und Northrop gestellt. Möglicherweise wird die Ausschreibung wiederholt.

US-Politiker hatten sich im Präsidentschaftswahlkampf darüber empört, dass das Militär erstmals einen Großauftrag an die Europäer vergab. Doch in dem armen Südstaat Alabama und bei Zulieferern von Northrop Grumman hält sich die Freude in Grenzen.

"Ich denke, wir alle sind enttäuscht", sagte der Gouverneur von Alabama, Bob Riley, am Donnerstag. Northrop und EADS planten ein Werk mit 1500 Beschäftigten in der Staatshauptstadt Mobile. Der Airforce-Deal sollte in den Südstaaten Alabama, Tennessee und North Carolina 10.000 Arbeitsplätze bringen. Auch GE Aviation mit Werken in Ohio und Sargent Fletcher aus West Virginia haben Verträge mit Northrop. Airbus selbst baut in Mobile Zivilflugzeuge der Modellreihe A330.

Der Bau von 179 neuen Tankflugzeugen bedeutet über die gesamte Laufzeit ein Auftragsvolumen von bis zu 100 Milliarden Dollar. Die Luftwaffe will ihre veraltete Flotte von 600 Tankern aus der Zeit des Präsidenten Ike Eisenhower ersetzen. Boeing beruft sich auf die Tradition. "Unsere Arbeiter haben 67 Jahre lang die Airforce-Tanker gebaut", sagte Gewerkschaftsboss Tom Wroblewski aus Seattle, dem Boeing-Hauptsitz.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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