Kartellamt Die Milch macht's?

Nach Medienberichten hat sich angeblich das Bundeskartellamt eingeschaltet und will den deutschen Milchmarkt untersuchen. Der Verdacht: Wettbewerbsbeschränkungen. Noch sind alles nur Vermutungen.

Frankfurt am Main/Bonn - Das Bundeskartellamt untersucht laut einem Zeitungsbericht den deutschen Milchmarkt auf Wettbewerbsbeschränkungen. Die Bonner Behörde habe eine umfassende Sektoruntersuchung des Milchmarktes eingeleitet, berichtet die " Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Ziel sei es, alle Vermarktungsstufen - von der Landwirtschaft über die Industrie bis zum Einzelhandel - im Detail unter die Lupe zu nehmen. Nach Hinweisen auf mögliche Ungereimtheiten wolle das nun genau wissen, wie es in der Branche aussieht. "Es gibt Vermutungen, dass der Wettbewerb auf dem Milchmarkt nicht ordnungsgemäß funktioniert", zitiert die Zeitung eine Kartellamts-Sprecherin.

In den vergangenen Wochen hatten die Milchbauern mit einem Lieferstopp für Aufsehen gesorgt, mit dem sie höhere Einkaufspreise durchsetzen wollten. Angekündigte Preissteigerungen kamen im Handel jedoch nur teilweise zustande. Die Bauern drohen nun mit neuen Lieferunterbrechungen. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) will am Donnerstag mit den Bauern sprechen. Danach sind Gespräche mit Milchindustrie und Handel geplant.

Manche Modelle, die jetzt im Umfeld des Milchgipfels diskutiert würden, gäben Anlass zu kartellrechtlichen Bedenken, sagte die Kartellamts-Sprecherin der Zeitung. Sehr kritisch sehe man in der Wettbewerbsbehörde nicht zuletzt Überlegungen, einen von den Molkereien finanzierten Milchfonds einzurichten, der überschüssige Milch aufkaufen soll, um die Preis zu stabilisieren, heißt es in der " FAZ". Ein konkreter Verdacht gegen einzelne Unternehmen liege nicht vor. Sollten sich Anhaltspunkte ergeben, würden gegebenenfalls Kartellverfahren eingeleitet, sagte die Sprecherin. Wie lange die Untersuchung dauern wird, stehe noch nicht fest.

manager-magazin.de mit Material von dpa/lnw