Boehringer Ingelheim Millionen für Biotech

Boehringer Ingelheim will für rund eine halbe Milliarde Dollar das US-Biotechnunternehmen Actimis kaufen. Fokus der Übernahme ist ein Atemwegspräparat, das die Amerikaner derzeit entwickeln.

Ingelheim/San Diego - Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim kauft das US-Biotechunternehmen Actimis Pharmaceutical. Die schrittweise Übernahme habe einen Wert von 515 Millionen Dollar (333 Millionen Euro), teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Der Verkauf sei an Fortschritte bei der Entwicklung eines Atemwegpräparats von Actimis gekoppelt.

Boeringer Ingelheim werde erst dann 100 Prozent des Privatunternehmens halten, wenn der Medikamentenkandidat, der derzeit in der frühen Phase I der klinischen Entwicklung getestet wird, erfolgversprechend die Phase III erreicht habe.

Für den 1885 gegründeten Familienkonzern Boehringer Ingelheim ist der Kauf des US-Unternehmens die erste Biotech-Übernahme in der Firmengeschichte. Er sichert sich damit die Rechte an dem Medikamentenkandidat, der allerdings noch Jahre von der Marktreife entfernt ist.

"Das Präparat ist eine innovative Ergänzung zu Boehringer Ingelheims Portfolio an Medikamenten-Kandidaten für die Behandlung von Atemwegserkrankungen", erklärte Andreas Barner, Vice-Chairman der Medikamentenentwicklung bei Boeringer Ingelheim.

Firmenchef Alessandro Banchi will mit der Übernahme den Nachschub bei den Atemwegsmitteln ausbauen. Das wichtigste Medikament, das Atemwegsmittel Spiriva, erreichte 2007 einen Umsatz von knapp 1,8 Milliarden Euro.

Der in Ingelheim am Rhein ansässige Konzern erzielte 2007 mit knapp 40.000 Mitarbeitern 10,9 Milliarden Euro Umsatz. Das US-Unternehmen Actimis befindet sich im Privatbesitz und hat seinen Sitz in San Diego.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp.djn