Lkw-Maut Deutliche Erhöhung

Auf deutschen Autobahnen soll die Lkw-Maut noch stärker steigen als zuletzt geplant. Die Bundesregierung verständigte sich am Montag nach Angaben aus Kreisen auf eine Erhöhung um knapp 25 Prozent.

Berlin - Daraus sollen dem Verkehrshaushalt rund 800 Millionen Euro jährlich zusätzlich zufließen, sagten mit den Gesprächen Vertraute. Die durchschnittliche Maut pro Kilometer könne nun ab 2009 auf etwas unter 17 Cent von derzeit 13,5 Cent steigen. Im Jahr 2007 kassierte der Bund aus den Maut-Gebühren rund 3,4 Milliarden Euro.

Für die Bundesbürger könnte dies für viele Produkte Preissteigerungen bedeuten, da die Mehrkosten von den Speditionen umgelegt werden. Das Verkehrsministerium wollte sich zu den Details nicht äußern. Man sei aber zuversichtlich, am Mittwoch im Kabinett eine Einigung zu erreichen, sagte eine Sprecherin. Bislang war nur klar, dass die Maut auf 15 Cent steigen kann, weil im Gegenzug den deutschen Spediteuren Hilfen in Höhe von 350 Millionen Euro zugesagt wurden.

Da aber nach einer neuen Wegekostenrichtlinie die Maut Umweltkosten, den Preis neuer Autobahnen sowie Grundstückspreise reflektieren soll, wird die Gebühr weiter erhöht. Über die Berechnung hatte sich das Verkehrsministerium bis zuletzt mit dem Wirtschaftsministerium gestritten.

Das Finanzministerium hatte bereits zugesichert, dass zusätzliche Maut-Einnahmen den Etat von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee erhöhen. Nach den Berechnungen kann der Verkehrshaushalt im Jahr 2009 rund 880 Millionen Euro zusätzlich und 2010 und 2011 etwa 760 Millionen Euro erwarten.

Der durchschnittliche Maut-Satz pro Kilometer würde den Kalkulationen zufolge zwischen 16,3 und 16,5 Cent liegen, hieß es. Das Verkehrsministerium hatte etwas mehr angestrebt, das Wirtschaftsministerium hatte die Tarife jedoch in letzter Minuten noch einmal gesenkt, hieß es in den Kreisen. Der Beschluss soll mit in das zweite Klimaschutzpaket aufgenommen werden, das die Regierung am Mittwoch im Kabinett verabschieden will.

Darin soll ferner festgelegt werden, dass die Maut stärker als bisher nach der Umweltfreundlichkeit der Lastwagen gespreizt wird. Schadstoffarme Lkw zahlen demnach weniger als solche mit hohem Ausstoß. Bei der Maut spielen weiter die Achszahl und das Gewicht eine Rolle. Bisher wird sie nur auf Autobahnen und einigen wenigen Bundesstraßen für Lkw über zwölf Tonnen Gesamtgewicht berechnet.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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