Preisbremse Saudi-Arabien pumpt mehr Öl

Saudi-Arabien hat zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten eine Produktionssteigerung angekündigt. Der Markt reagierte prompt: Der Ölpreis ging zunächst deutlich zurück. Die G8-Finanzminister warnen weiterhin vor der Gefahr, die der teure Rohstoff für die Weltwirtschaft bedeute.

Dschidda - Arabische Medien berichteten am Montag, Ölminister Ali al-Naimi habe im Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Sonntag eine Steigerung der Förderung um 200.000 bis 250.000 Fass pro Tag ab Juli in Aussicht gestellt. Damit würde die größte Ölnation der Welt künftig täglich rund 9,7 Millionen Fass (je 159 Liter) fördern.

Saudi-Arabien hatte seine Fördermenge bereits im Mai um 300.000 Fass pro Tag angehoben. Kurz darauf hatte Saudi-Arabiens König Abdullah jedoch die Forderung von US-Präsident George W. Bush nach einer weiteren Produktionssteigerung abgelehnt.

Diese damals etwas schroff vorgebrachte Weigerung war von politischen Beobachtern aber in erster Linie als Reaktion auf Äußerungen des Präsidenten während der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels verstanden worden, die in der arabischen Welt heftig kritisiert worden waren.

Der US-Ölpreis sank nach der Ankündigung am Montag. Im frühen Handel kostete ein Fass US-Leichtöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Auslieferung 133,58 Dollar. Das waren 1,28 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Bis zum Mittag stieg der Preis jedoch wieder auf 135,12 US-Dollar. Vor gut einer Woche hatte der WTI-Preis noch ein historisches Hoch von knapp über 139 Dollar erreicht. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent  fiel am Montag leicht um 10 Cent auf 134,97 Dollar.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist erneut gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Fass am Freitag 130,52 Dollar. Das waren 75 Cent mehr als am Donnerstag. Damit notiert der sogenannte Korbpreis knapp unter seinem Rekordstand von 130,87 Dollar, der am 9. Juni erreicht wurde. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

Nach Ansicht der Finanzminister der sieben größten Industriestaaten und Russlands (G8) stellen die hohen Ölpreise zusammen mit hohen Nahrungsmittelpreisen eine ernste Bedrohung für die Weltwirtschaft dar. Sie könnten zu einem höheren Inflationsdruck weltweit führen. Sie bewirkten einen "enormen Kaufkraftentzug, auch in der Eurozone", erklärte dazu der deutsche Finanzstaatssekretär Thomas Mirow zum Abschluss der zweitägigen Beratungen der G8-Finanzminister am Samstag im japanischen Osaka.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.