Volkswagen Probleme mit dem neuen Golf?

Der neue VW Golf bereitet dem Volkswagen-Konzern angeblich schon vor der Markteinführung Kopfzerbrechen. Einem Bericht zufolge wird der Wagen nicht die erhofften Gewinne bringen und das Renditeziel verfehlen. Er solle daher nicht nach Nordamerika, Brasilien und Australien exportiert werden, heißt es. VW hat eine andere Version.

Wolfsburg - Die sechste Auflage des Erfolgsautos Golf werde nicht die erwarteten Gewinne einfahren, berichtet der "SPIEGEL" am Samstag vorab. Ursprünglich habe der Golf VI eine Marge von 8 Prozent bringen sollen, so das Magazin. Vor zwei Wochen hätten Berechnungen von Volkswagen  aber ergeben, dass wohl nur 3,4 Prozent vom Umsatz in der Kasse blieben.

Gegenüber dem ursprünglichen Renditeziel würde das bei einem Durchschnittspreis von 20.000 Euro und jährlich 660.000 verkauften Autos 600 Millionen Euro weniger Gewinn bedeuten, schreibt der "SPIEGEL" weiter. VW-Chef Martin Winterkorn habe daher das Renditeziel neu auf mindestens 5 Prozent gesetzt, von diesem wolle er nicht abrücken.

Um die Golf-Gewinne auf ein ausreichendes Niveau zu heben, habe Winterkorn entschieden, dass der neue Golf in Nordamerika, Brasilien und Australien nicht verkauft werde, weil dort die Wechselkursentwicklung zu Verlusten geführt hätte, heißt es in dem Magazinbericht.

"Wir werden unsere Zielrendite beim Anlauf des neuen Golf erreichen", sagte dagegen ein VW-Sprecher am Samstag. Für die Zeit der Markteinführung, die ab Oktober/November dieses Jahres vorgesehen sei, sei ein Renditeziel von 5 Prozent festgelegt worden. "Das werden wir auch erreichen", so der Sprecher gegenüber manager-magazin.de. Über die gesamte Laufzeit der Golf-VI-Vermarktung dagegen laute das Renditeziel weiterhin 8 Prozent.

Zum geplanten Export des Golf VI ins Ausland wollte sich der Sprecher nicht im Detail äußern, da noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen seien. Klar sei jedoch, dass alle Modelle dort gebracht würden, wo sie sich renditestark verkaufen ließen. Der Golf GTI etwa werden ebenso wie der Touareg und der Phaeton in jedem Fall in die USA exportiert.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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