Übernahme Volkswagen bekommt Scania

Volkswagen hat für die Übernahme des schwedischen Lkw- und Busherstellers Scania grünes Licht aus Brüssel bekommen. Durch den Mehrheitseinstieg komme es nicht zu wesentlichen Überschneidungen der jeweiligen Kerngeschäfte beider Unternehmen. Jetzt hat Volkswagen seinen Scania-Anteil aufgestockt.

Brüssel - Der Autohersteller Volkswagen  darf den schwedischen Lkw- und Bushersteller Scania  übernehmen. Die Europäische Kommission genehmigte das Vorhaben nach eigenen Angaben am Freitag. Nach Einschätzung der Wettbewerbsaufsicht beeinträchtigt die Übernahme den wirksamen Wettbewerb nicht erheblich.

Volkswagen hat ein 31-prozentiges Scania-Aktienpaket von der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg für rund 2,88 Milliarden Euro übernommen. Damit hatte der Konzern Anfang März seinen Stimmrechtsanteil bei Scania auf 68,6 Prozent aufgestockt.

Die Untersuchung der Kommission habe ergeben, dass es durch die Übernahme nicht zu Überschneidungen bei dem jeweiligen Kerngeschäft der Unternehmen kommen werde. Volkswagen stelle vorwiegend Pkw und leichte Nutzfahrzeuge her, ein Marktsegment, in dem Scania nicht aktiv sei. Volkswagens Minderheitsbeteiligung von rund 30 Prozent an dem Lkw- und Bushersteller MAN  wird sich nach Ansicht der Kommission nicht nachteilig auf den Wettbewerb auswirken.

Die eigenen Aktivitäten von Volkswagen als Lkw- und Bushersteller beschränkten sich auf Zentral- und Südamerika, hieß es in der Erklärung der EU-Kommission. Dagegen sei Scania vorwiegend auf den Lkw- und Busmärkten im europäischen Wirtschaftsraum vertreten. Die einzige Überschneidung gebe es bei der Herstellung von Dieselmotoren für die Industrie und die Schifffahrt.

Mit den eigenen Scania-Aktien kontrolliert Volkswagen nun direkt mehr als 68 Prozent der Stimmrechte des Nutzfahrzeugherstellers. Indirekt kommt Volkswagen noch auf weitere 17 Prozent Scania-Aktien. Diese liegen bei der MAN, an der Volkswagen wiederum mit 29,9 Prozent beteiligt ist. Beobachter werteten die Aufstockung des Volkswagen-Anteils an Scania als einen weiteren Schritt zur Bildung eines europäischen Lkw-Verbunds zwischen MAN und Scania.

manager-magazin.de mit Material von ap und ddp

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