Kapitalerhöhung UBS sammelt zehn Milliarden Euro ein

Die durch die Finanzkrise angeschlagene Schweizer UBS hat ihre zweite Finanzspritze binnen eines halben Jahres erhalten. Der UBS fließen auf diesem Weg rund zehn Milliarden Euro zu. Ob sich die Bank damit neue Großaktionäre ins Haus geholt hat, ist noch unklar.

Zürich/Basel - Aus der angekündigten Kapitalerhöhung habe UBS  15,97 Milliarden Schweizer Franken (9,94 Milliarden Euro) eingenommen, teilte die Bank am Freitag in Zürich mit. Die UBS konnte dabei 99,4 Prozent aller zur Zeichnung angebotenen Aktien an die Anleger bringen.

Die UBS war von der Finanzkrise schwer getroffen worden. Bis jetzt musste sie Abschreibungen von mehr als 37 Milliarden US-Dollar vornehmen. Zusammen mit der Pflichtwandelanleihe, mit der sich die UBS Anfang des Jahres 13 Milliarden Franken beschafft hatte, fließen der Bank nun fast 29 Milliarden Franken frisches Kapital zu, um damit die Milliardenverluste im US-Hypothekenmarkt auszugleichen. Nun ist es es erklärtes Ziel, das angeschrammte Image wieder aufzupolieren.

Die Aktie der UBS zeigte sich an der Börse gegen den Trend sehr fest. Die Papiere kletterten bis zum späten Vormittag um 1,64 Prozent auf 24,72 Franken. Das Ergebnis der Kapitalerhöhung war mit einer gewissen Spannung erwartet worden. Schließlich suchen auch andere internationale Großbanken neues Geld. Analysten erklärten vor diesem Hintergrund, der Abschluss könne als Erfolg bezeichnet werden.

Es bleibt aber abzuwarten, ob die Titel schon in sogenannten festen Händen sind oder ob auch Aktien von spekulativ eingestellten Investoren übernommen wurden und in den nächsten Tagen wieder auf den Markt kommen. Die neuen Aktien müssen in der kommenden Woche bezahlt werden. Sie können von heute an aber schon an der Börse gehandelt werden.

Die UBS hatte 760,3 Millionen neue Aktien ausgegeben - für 755,5 Millionen Anteilsscheine übten Aktionäre ihr Bezugsrecht aus. Die übrigen 4,8 Millionen neuen Aktien sollen an diesem Freitag am Markt verkauft werden.

Ob im Zuge der Kapitalerhöhung tatsächlich neue größere Aktionäre dazugekommen sind, gab die Bank nicht bekannt. Im Markt ging zuvor die Vermutung um, dass Investoren aus Ölförderländern aber auch Hedgefonds die Kapitalerhöhung dazu benutzt haben könnten, um zu einem ermäßigten Preis bei UBS einzusteigen. Meldepflichtig sind erst Beteiligungen von 3 Prozent oder mehr. Am Mittwoch war in einer russischen Zeitung die Spekulation zu lesen gewesen, der Milliardär Sulejman Kerimow wolle sich bei westlichen Banken, darunter auch UBS, einkaufen.

Jetzt geht es um ein besseres Image

Konzernchef Marcel Rohner hatte im Mai signalisiert, nach dieser Finanzspritze dürfte keine weitere Kapitalerhöhung nötig werden. Er erwarte auch keine weiteren großen Abschreibungen. "Wir sehen im amerikanischen Immobilienmarkt keine weiteren Abschreibungen in der Höhe, wie wir sie am 1. April angekündigt haben", sagte er in einem Interview. Für die ersten drei Monate des laufenden Jahres hatte die UBS mehr als 19 Milliarden Franken auf Positionen im US-Immobilienmarkt und damit zusammenhängende strukturierte Kredite abgeschrieben. Für das zweite Quartal wollte Rohner keine Zahlen oder Prognosen liefern.

Es werde lange dauern, die Marke der UBS wiederherzustellen, sagte der Chef der UBS-Vermögensverwaltung in Europa, Jürg Zeltner, der "Financial Times Deutschland" (Freitag). "Ich glaube zwar nicht, dass es zehn Jahre dauert, aber es wird auf jeden Fall Jahre und nicht Monate in Anspruch nehmen." Dies gelte vor allem für die Schweiz. In den USA, wo viele Banken stark unter der Krise gelitten haben, werde es schneller gehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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