Banken Sparkassen fordern Fusion der Landesbanken

Im öffentlich-rechtlichen Bankenlager kommt es zur Kraftprobe. Die Sparkassen fordern eine schnellere Konsolidierung der Landesbanken und drohen nach einem Pressebericht mit einem Verkauf ihrer Beteiligungen.

Düsseldorf - Der "Schlüssel für stabile Geschäftsmodelle der Landesbanken ist eine Reduzierung der Kapazitäten auf die im Markt benötigten Größenordnungen", zitiert das "Handelsblatt" (Freitag) aus einem Beschlusspapier der Sparkassen-Landesobleute.

Sollten die Vorstände der Landesbanken sich weiterhin gegen die geforderte Konsolidierung stellen, dann würden die Sparkassen ihre Anteile an den Landesbanken nicht mehr als "strategisch notwendige Beteiligung", sondern wie ein "Finanzinvestment" behandeln, hießt es in dem Bericht.

Eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) bestätigte gegenüber manager-magazin.de, dass es ein Positionspapier der Landesobleute gibt. Dieser Standpunkt müsse aber zunächst in den Gremien der Sparkassenlobby besprochen werden und sei daher noch nicht offiziell.

Die Landesobleute bündeln die Interessen der Vorstände in den rund 460 deutschen Sparkassen. Die Sparkassen wiederum sind über ihre regionalen Verbände die tonangebenden Eigentümer der Landesbanken, allerdings können sie Fusionen nicht alleine entscheiden, weil die Bundesländer mit im Boot sitzen. Die Landesregierungen seien nach Ansicht der Sparkassen aber zu zögerlich in den Fusionsfragen. Zudem sei das öffentlich-rechtliche Bankenlager verärgert, dass es von milliardenschweren Wertberichtigungen in Häusern wie BayernLB oder WestLB mitbetroffen sei, so die Zeitung.

Die Sparkassenvorstände stünden laut "Handelsblatt" hinter dem Beschluss der Landesobleute. Die noch sieben selbstständigen Landesbanken müssten so schnelle wie möglich zu höchstens drei Instituten verschmolzen werden, zitierte die Zeitung aus ihrem Kreis. Dafür müssten "noch 2008 die Pflöcke eingeschlagen werden".

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und ap

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