Brauereien Mexikaner sollen helfen

Der US-Braukonzern Anheuser-Busch will sich nicht von dem belgischen Konkurrenten InBev übernehmen und zum weltgrößten Bierhersteller verschmelzen lassen. Anheuser sucht jetzt Hilfe in Mexiko und will seinerseits mit einer Übernahme die eigene verhindern.

San Francisco - Die US-Brauerei Anheuser-Busch will einem Zeitungsbericht zufolge durch einen Zusammenschluss mit einer mexikanischen Brauerei eine Übernahme durch den belgischen "Beck's"-Brauer InBev vereiteln. Anheuser-Busch befinde sich hierzu in vorläufigen Gesprächen mit der mexikanischen Grupo Modelo, berichtet das "Wall Street Journal".

Anheuser habe sich bereits vor einigen Wochen an Modelo-Chef Carlos Fernandez gewandt, als bekannt wurde, dass InBev ein Übernahmeangebot plane, hieß es unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Modelo lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab, bei Anheuser war zunächst niemand zu erreichen.

InBev hat seinem US-Konkurrenten am Mittwochabend ein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt. InBev will Anheuser-Busch für gut 46 Milliarden Dollar kaufen und damit zur größten Brauerei der Welt aufsteigen. Das Angebot entspricht 65 Dollar je Aktie und enthält damit einen Aufschlag von 35 Prozent auf den Durchschnittspreis der 30 Tage vor jüngsten Marktspekulationen, teilte InBev mit.

Der belgische Konzern betonte, er sei bereit für Gespräche und ziele auf einen "freundlichen Zusammenschluss". Anheuser kündigte daraufhin zwar an, das Angebot aus Belgien sorgfältig zu prüfen. Analysten rechnen jedoch damit, dass die tonangebende Familie einen Verkauf ablehnt.

Anheuser besitzt einen 50-Prozent-Anteil an Modelo, ohne das Unternehmen zu kontrollieren. Nach einem Erwerb der restlichen 50 Prozent an Modelo könnte der entstehende Konzern zu groß für eine Übernahme durch die Belgier werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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