Tankflugzeug-Streit Air Force räumt Rechenfehler ein

Schlechte Nachrichten für Europas Luftfahrtindustrie. Im Streit über die Vergabe eines 35 Milliarden Dollar schweren Tankflugzeug-Auftrags an EADS und Northrop Grumman hat die US-Luftwaffe Fehlberechnungen eingeräumt.

Washington - Die Air Force habe eingestanden, das Boeing-Konkurrenzflugzeug KC-767 sei langfristig billiger als der Airbus-Flieger, heißt es in einem Schreiben Boeings von Ende April an die Rechenschaftsbehörde (GAO), das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

Die GAO will bis zum 19. Juni über den Boeing-Protest entscheiden. Die Fehlberechnungen stellten die Gründlichkeit und Glaubwürdigkeit der gesamten Auftragsvergabe in Frage, heißt es in dem Schreiben weiter.

Northrop räumte ein, dass die Kostenberechnung fehlerhaft sei. Allerdings sagten Vertreter der Firma, Kosten seien bei der Vergabe lediglich ein Faktor von vielen gewesen. Die Entscheidung gehe vor allem auf die Fähigkeiten des Northrop-EADS-Konkurrenzfliegers KC-30 zurück.

Die Air Force lehnte eine Stellungnahme ab. Die US-Luftwaffe hatte den Zuschlag für den Bau von 179 Tankflugzeugen Ende Februar überraschend nicht Boeing  erteilt, sondern EADS  und ihrem US-Subunternehmer Northrop .

Die Entscheidung schlug in den USA bis in die Politik hinein hohe Wellen. Boeing beschwerte sich bei der US-Rechenschaftsbehörde. Der US-Konzern schaltete zudem ganzseitige Zeitungsanzeigen in denen er die Entscheidung der Luftwaffe als "fehlerhaft aufgrund zahlloser Unregelmäßigkeiten" bezeichnete.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat unterdessen eigenen Angaben zufolge noch keine Mitteilung der GAO erhalten. "Wir warten nach wie vor auf die Entscheidung des Government Administrative Office", sagte ein EADS-Sprecher am Freitag.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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