Dienstag, 25. Juni 2019

Energie Lichtblick liefert auch Atomstrom

In der Werbung verspricht Lichtblick, nur Ökostrom zu liefern. Doch das Unternehmen versorgt seine Kunden zum Teil ebenso mit Atom- und Kohlestrom, heißt es in einem Pressebericht.

Dampfende AKW-Kühltürme: Strom aus Atomkraftwerken erreicht auch die Kunden des Ökostromanbieters Lichtblick
Hamburg - Der Ökostromanbieter Lichtblick liefert laut Medienbericht entgegen eigenen Angaben auch Atom- und Kohlestrom an seine Kunden. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) (Mittwochausgabe) hat der Versorger mehrfach Strom an der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) eingekauft. Dort wird vor allem konventioneller Strom etwa aus Atom- und Kohlekraftwerken gehandelt. Lichtblick wirbt damit, man verzichte "vollständig auf Strom aus Atom-, Kohle- und Ölkraftwerken", schreibt das Blatt.

Nach Angaben der Zeitung hat Lichtblick im Dezember 2006 und ab Oktober 2007 zeitweise knapp 4000 Megawattstunden täglich von der EEX bezogen. Insider bezifferten die eingekaufte Menge im Jahr 2007 auf rund 20 Gigawattstunden - rund 2 Prozent der Strommenge, die das Hamburger Unternehmen an seine Kunden abgab.

Gegenüber dem Blatt habe Lichtblick nun eingeräumt, Strom am EEX-Spotmarkt einzukaufen. Dies sei nötig, da es bei der Versorgung "Abweichungen zwischen Kurzfristprognose und zum Teil langfristig im Voraus vertraglich gesicherten regenerativen Strommengen" gebe. Der Zukauf könne aber "nicht in 'grüner' Qualität erfolgen". Das Vorgehen sei "breit akzeptiert". Alle Ökostromanbieter und Zertifizierer wüssten dies. Man habe 2007 1,53 Prozent des Stroms an der EEX gehandelt.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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