Kfz-Steuer Es wird teurer

Die geplante Umstellung der Kraftfahrzeugsteuer vom Hubraum auf den Schadstoffausstoß wird bei den meisten Modellen deutscher Hersteller für Mehrkosten sorgen. Das geht aus Berechnungen des Finanzministeriums hervor. Mit Steuervergünstigungen dürfen dagegen nur die wenigsten Autobesitzer rechnen.

Berlin - Autofahren wird vielfach teurer. Die geplante Novelle der Kfz-Steuer sorgt nach Informationen der ARD bei den meisten Modellen deutscher Autobauer für Mehrkosten. Das gehe aus Modellrechnungen des Bundesfinanzministeriums für gut 500 Autotypen hervor.

Beim größten deutschen Hersteller Volkswagen  kämen derzeit nur knapp 7 Prozent der angebotenen Modelle in den geplanten Genuss von Steuervergünstigungen wegen geringer Umweltbelastungen mit dem klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2).

Bei BMW  seien es knapp 10 Prozent der Modelle. Damit würde die frühestens 2010 erwartete Umstellung der Kfz-Steuer von Hubraum aus CO2-Ausstoß den Kauf von Neuwagen erst ankurbeln, wenn die Hersteller den Spritverbrauch ihrer Autos auf breiter Front gesenkt haben.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bestätigte der ARD die grundsätzliche Einigung in der großen Koalition auf die Umstellung der Steuer. Nunmehr sollen Autofahrer steuerlich begünstigt werden, deren Fahrzeuge vergleichsweise wenig CO2 ausstoßen. Die Besitzer älterer Autos sollen nicht zusätzlich belastet werden.

Die Kfz-Steuer-Umstellung war vor zwei Wochen kurzfristig zurückgestellt und von der großen Koalition aus dem Paket der aktuellen Klimaschutzbeschlüsse herausgenommen worden. Geplant ist, die Einnahmen aus der Kfz-Steuer - derzeit jährlich rund neun Milliarden Euro - künftig in die Bundes- und nicht mehr die Länderkassen fließen zu lassen. Im Gegenzug sollen die Länder vom Bund einen garantierten Ausgleichbetrag erhalten.

Das Finanzministerium wollte am Sonntag die Modellrechnungen nicht bestätigen. "Es gibt noch keine endgültige Einigung, wie eine neue Kfz-Steuer aussehen könnte", sagte ein Sprecher. "Insofern sind alle Modellrechnungen zunächst nur Gedankenspiele."

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