ILA Abschlüsse über fünf Milliarden Euro

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung hat die Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Auf der ILA seien Verträge über mehr als fünf Milliarden Euro abgeschlossen worden. Aussteller Airbus gab sich trotz der jüngsten Turbulenzen zuversichtlich.

Berlin - Die Mehrheit der über 1100 Aussteller aus 37 Ländern hätte sich positiv zur Beteiligung geäußert, heißt es in einem Fazit der Messe Berlin am Sonntag.

Mit rund 250 000 Menschen seien mehr Besucher gekommen als zuvor angenommen. "Es ist das zweitbeste ILA-Ergebnis nach dem Rekordbesuch vor zwei Jahren mit 251 000 Besuchern", sagte der Sprecher der Messe Berlin, Michael Hofer. "Trotz der heißen Temperaturen war am Wochenende das ILA-Gelände richtig voll." Die ILA wird seit 1992 alle zwei Jahre in Berlin-Schönefeld veranstaltet.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Mitveranstalter sei mit dem Verlauf der Messe mehr als zufrieden. "Mit einem Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro bewegen wir uns auf Rekordniveau und haben alle geschäftlichen Ziele erreicht", wird BDLI-Hauptgeschäftsführer Dietmar Schrick zitiert.

EADS: Leiser Abschied aus Europa

Auf der ILA wurden auch Differenzen zwischen Politik und Wirtschaft deutlich. Die zuständigen Minister der am Airbus-Programm beteiligten Länder wollen Produktion sowie Forschung und Entwicklung in Europa halten. Damit stehen sie im Gegensatz zum Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern EADS , der wegen des schwachen Dollar erhebliche Produktionsanteile außerhalb Europas anstrebt

Zudem sorgte die Festnahme von Ex-EADS-Chef Noel Forgeard, dem Insiderhandel vorgeworfen wird, für Irritationen. Auch Airbus-Chef Thomas Enders muss in Kürze mit einer Befragung durch die französischen Behörden rechnen.

Airbus: 24.000 Flugzeuge in 20 Jahren

Die deutsche Luftfahrtbranche blickt trotz hoher Kerosinpreise und des starken Euro mit Zuversicht nach vorn. In den kommenden Jahren werde von einer weiter hohen Nachfrage nach Flugzeugen ausgegangen, hieß es. Denn neben Passagierflugzeugen werde auf längere Sicht auch vermehrt Fluggerät für die stark wachsende Luftfracht benötigt. Airbus wolle in den kommenden 20 Jahren 24.000 Flugzeuge bauen.

Allerdings gibt es auch erste negative Signale von Fluggesellschaften wegen der steigenden Energiepreise. So kündigte die amerikanische Lufthansa-Beteiligung JetBlue den Aufschub des Kaufs von 21 Airbus- Flugzeugen um vier Jahre an.

Das ILA-Konzept mit gesonderten Konferenzen zu den Themen Umwelt, Zulieferindustrie und Nachwuchsgewinnung sei hervorragend angekommen, heißt es im Abschlussbericht. Wichtiges Thema waren Innovationen für einen deutlichen Rückgang der klima- und umweltschädlichen Emissionen. An einer Konferenz beteiligten sich die großen Triebwerkshersteller und die Branchenführer des Flugzeugbaus.

Auf der ILA wurden über 300 Fluggeräte am Boden und in der Luft gezeigt. ILA-Star war der Airbus A380, das größte Passagierflugzeug der Welt. Die A380 hatte bei der ersten öffentlichen Präsentation 2006 die Massen angelockt und es gab mit 251 000 einen Rekordbesuch. In diesem Jahr war mit weniger Besuchern gerechnet worden.

Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg profitierte auch von der Luftfahrtschau, berichtet die Messe. Nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle habe es durch die ILA einen Kaufkraftzufluss von 160 Million Euro gegeben. Die nächste ILA soll vom 8. bis 13. Juni 2010 in Berlin-Schönefeld stattfinden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

Dicke Jets und Kapriolen: Die ILA 2008 in Bildern

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