ILA "Dunkle Wolken für die Luftfahrt"

Die Luftfahrtindustrie erwartet eine Rekordbeteiligung auf der ältesten Branchenmesse ILA in Berlin. Zum Jubeln ist die Stimmung in der Industrie aber nicht. Die Hersteller kämpfen mit dem hohen Ölpreis, der US-Wirtschaftsschwäche und der Krise vieler Airlines.

Berlin - Die Luftfahrtindustrie geht angesichts hoher Ölpreise, eines schwachen Dollars und einer erlahmenden US-Konjunktur mit Sorgen in die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin, zeigt sich aber dennoch zuversichtlich.

"Es gibt in der Tat einige dunkle Wolken am Horizont für die Luftfahrt", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Airbus-Chef Thomas Enders am Montag. Zugleich unterstrich er die vergleichsweise gute Position der Branche: "Die Luft- und Raumfahrt ist immer noch eine der herausragend wachsenden Industrien."

Ebenso wie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck zeigte sich Enders überzeugt, dass die am Dienstag beginnende ILA trotz laufender Ausbauarbeiten am Ausstellungsstandort Flughafen Berlin-Schönefeld ein Erfolg wird. Enders beteuerte, die Branche sei durch Negativschlagzeilen um technologische Probleme beim Bau neuer Flugzeugmodelle oder Sparprogrammen bei etlichen Firmen nicht in einer Krise. "Ein Imageproblem sehe ich nicht", versicherte er.

Allerdings drückten der hohe Ölpreis  und der schwache Dollar  die Aussichten. "Wir sehen, dass der hohe Ölpreis und insbesondere auch die wirtschaftliche Entwicklung in den USA sehr signifikante Konsequenzen haben." Einige Airlines legten bereits Teile ihrer Flotte still. Auch an der Schwäche des Dollars werde sich kurzfristig nichts ändern. Die Branche habe darauf bereits mit Kostenreduzierungsprogrammen reagiert. Die ILA selbst werde dem trotzen. "Diese ILA verspricht wieder erfolgreich zu sein", sagte Enders.

Mitten in der Ausbauphase am Flughafen Berlin-Schönefeld zum Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International stehe die Messe vor einem neuen Beteiligungs-Rekord mit mehr als 1000 Ausstellern aus 40 Ländern. "Wir erwarten über 200.000 Besucher", erklärte Enders - was allerdings kein Rekord wäre. Zudem seien auf der Messe, die sich in einer fast 100-jährigen Tradition sieht, einige interessante Geschäftsabschlüsse zu erwarten, sagte Enders. Die Schau wird am Dienstagmittag von Kanzlerin Angela Merkel eröffnet und dauert bis Sonntag.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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