Ford Auch 2009 keine Gewinne

Ford schafft es 2009 nicht wie stets versprochen in die Gewinnzone. Das gestand Konzernchef Alan Mulally am Donnerstag überraschend in Detroit. Nun fährt der Autohersteller seine US-Produktion um bis zu 20 Prozent herunter und plant weitere Einschnitte bei den Kosten.

Detroit - Die Genesung von Ford wird mehr Zeit in Anspruch nehmen als bislang gedacht. Der zweitgrößte US-Autohersteller Ford  gab am Donnerstag sein seit langem angepeiltes Ziel auf, 2009 wieder einen Gewinn einzufahren.

Außerdem will das Unternehmen wegen der schleppenden US-Nachfrage nach seinen Fahrzeugen die Produktion deutlich drosseln. Börsianer straften den Konzern in New York mit einem Kursrutsch von sechs Prozent ab. Ford-Chef Alan Mulally erklärte, die steigenden Rohstoffpreise vor allem für Stahl und die Abkehr der Verbraucher von spritfressenden großen Geländewagen und Nutzfahrzeugen verzögere die Rückkehr in die Gewinnzone. "Wenn es nicht eine ziemlich zügige wirtschaftliche Erholung in den USA gibt, wovon wir nicht ausgehen, sieht es nun so aus, dass es länger als erwartet dauern wird, in Nordamerika unsere Rentabilitätsziele zu erreichen", sagte Mulally.

Ford will nun 2009 vor Steuern und Sonderausgaben lediglich "in etwa das Break-Even" erreichen. Im zweiten Quartal will Ford nun die Autoproduktion um weitere drei Prozent drosseln. Einschließlich früherer Einschränkungen wird Ford damit 690.000 Fahrzeuge herstellen, 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im dritten Quartal soll die Produktion sogar 15 bis 20 Prozent unter Vorjahr liegen.

In Europa und anderen Märkten außerhalb den USA verdient Ford im Gegensatz zum Heimatmarkt Geld. Doch das reicht nicht, um die enormen Verluste in den USA auszugleichen. 2009 sollen Europa und Südamerika erneut mit starken Ergebnissen helfen.

Sorgenkind USA

Im ersten Quartal hatte der US-Hersteller auch dank Europa unerwartet 100 Millionen Dollar Gewinn eingefahren. Das weckte Hoffnungen auf eine schnellere Sanierung. In den vergangenen beiden Jahren hatte sich das Minus auf mehr als 15 Milliarden Dollar (9,5 Milliarden Euro) summiert.

Dem Autobauer machen wie der Konkurrenz auch steigende Stahl- und Energiekosten zu schaffen. Auch die zwei anderen US-Autobauer General Motors  und Chrysler häuften zuletzt Milliardenverluste an. Die Ford-Aktie verlor am Donnerstag in der ersten Handelsstunde um mehr als sechs Prozent auf rund 7,30 Dollar.

Drastische Einschnitte gibt es bei den wegen des kostspieligen Benzinverbrauchs immer schlechter laufenden Geländewagen und Pickups. Von erfolgreichen kleineren Wagen wie Focus oder Fusion sollen dagegen sogar mehr vom Band rollen.

Für den gesamten US-Markt erwartet Ford im laufenden Jahr nun nur noch einen Absatz aller Hersteller von 15 bis 15,4 Millionen Wagen. 2007 waren die Verkaufszahlen um 2,5 Prozent auf 16,15 Millionen Wagen gesunken - der niedrigste Stand seit Ende der 90er Jahre.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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