Kartellverfahren Gaz de France im Fadenkreuz

Der Gasversorger Gaz de France steht im Verdacht, gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Die Europäische Kommission hat entsprechend ein Kartellverfahren gegen das französische Unternehmen eingeleitet.

Brüssel - Die Europäische Kommission hat ein Kartellverfahren gegen den französischen Versorger Gaz de France  (GdF) eröffnet. Das Unternehmen stehe unter dem Verdacht, seine marktbeherrschende Stellung als Gasversorger ausgenutzt und den Wettbewerb beschränkt zu haben, teilte die Kommission dazu am Donnerstag in Brüssel mit.

Eine Untersuchung 2006 habe ergeben, dass GdF Transportkapazitäten langfristig festgelegt und rechtswidrige Vereinbarungen über Importe getroffen habe. Der Konzern soll den Wettbewerb außerdem durch zu geringe Investitionen in die Infrastruktur beschränkt haben. Die Kommission will nun eine eingehende Untersuchung vornehmen.

"Die Gesellschaft könnte gehandelt haben, um die Gasimporte nach Frankreich zu limitieren", sagte EU-Sprecher Jonathan Todd. "Wir vermuten, dass es Verletzungen von Regelungen des EU-Vertrags gegeben haben könnte".

Mit der Eröffnung des Verfahrens sei dem Unternehmen der Bruch des EU-Rechts noch nicht nachgewiesen, teilte die Kommission weiter mit. Sollte dies doch der Fall sein, kann die Behörde eine Strafe von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

Gegen GDF und den deutschen Eon-Konzern läuft bereits seit vergangenem Jahr ein EU-Verfahren wegen vermuteter Aufteilung von Gasmärkten.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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