Eon Bernotat will "Deutsche Netz AG"

Eon-Chef Wulf Bernotat hat vorgeschlagen, die Hochspannungsnetze in Deutschland in einer einheitlichen Gesellschaft zu bündeln. Für ein von den Versorgern unabhängiges Netz solle die Bundesregierung sorgen. Anders als Eon wollen manche Wettbewerber an ihren Netzen festhalten.

Hamburg - "Eine Deutsche Netz AG bräuchte allerdings einen entschlossenen Geburtshelfer, und das könnte aus meiner Sicht nur die Bundesregierung sein", sagte der Chef des Energiekonzerns der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). Eon  würde die Bundesregierung bei einem solches Vorhaben unterstützen.

Mit der geplanten Abgabe des Netzes durch Eon eröffne sich die Chance für eine "Optimierung der Infrastruktur im Strombereich", sagte der Konzernchef. Sollten sich auch die anderen deutschen Netzbetreiber zu einem Verkauf entschließen, könnten die Netze und ihr Betrieb in einer Art "Deutsche Netz AG" gebündelt werden.

Auch der Verband der großen industriellen Energieverbraucher, VIK, sprach sich für eine einheitliche Netzgesellschaft aus. "Abstimmung und Effizienz könnten deutlich verbessert werden", sagte VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann der Zeitung. Wichtig sei, dass es keinen beherrschenden Einfluss eines Investors gebe.

Eon hatte Ende Februar überraschend angekündigt, sich freiwillig von seinem Hochspannungsnetz sowie von Kraftwerkskapazitäten mit einer Leistung von 4800 Megawatt trennen zu wollen. Konzernchef Wulf Bernotat begründete den Schritt damit, so den Kartellstreit mit der EU konstruktiv zu beenden.

Die Zugeständnisse waren in der Branche und in der Politik zum Teil auf großes Unverständnis gestoßen. Während die Konkurrenten RWE  und EnBW  betonten, an ihren Stromnetzen festhalten zu wollen, prüft Vattenfall Europe  ebenfalls einen Verkauf.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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