VW "Das Herz schlägt in Wolfsburg"

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn pocht auf seine Führungsrolle im Konzern. In einem Interview grenzte sich der Manager zu Großaktionär Porsche ab, der die Macht in Wolfsburg übernehmen will. Winterkorn erklärte zudem eine Fusion der Lkw-Sparte von VW mit MAN und Scania für unsinnig.

Düsseldorf - Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn hat trotz der anstehenden Übernahme durch Porsche  seinen Führungsanspruch für den Wolfsburger Konzern  angemeldet. "Die Porsche SE, unter deren Dach die VW-Beteiligung verwaltet wird, trifft auch künftig keine operativen Entscheidungen für den Autokonzern Volkswagen", sagte Winterkorn dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Es gebe klare Spielregeln. "Das Herz von Volkswagen schlägt weiter in Wolfsburg", betonte Volkswagens Vorstandschef und grenzte sich damit deutlich zum VW-Großaktionär ab.

Die neue Porsche-Holding, in der bisher kein Platz für Winterkorn vorgesehen ist, gilt als das künftige Machtzentrum der gesamten Porsche-VW-Gruppe. Der VW-Betriebsrat hatte bislang erfolglos versucht, eine Machtkonzentration auf Porsche zu verhindern.

Winterkorn stellte sich zudem gegen ein Verschmelzen der LKW-Geschäfte von VW, Scania  und MAN . "Wir brauchen keine Fusion der drei LKW-Marken, um von Synergie-Effekten zu profitieren. Wir werden aus drei starken Marken kein einzelnes Unternehmen machen", sagte er. Die Strategie bestehe darin, die Markenkarte auszuspielen, gleichzeitig aber bei der Technik und im Einkauf Synergien zu schöpfen.

VW hatte im März die Mehrheit am schwedischen LKW-Hersteller Scania übernommen und ist Großaktionär des Münchener MAN-Konzerns. Der Volkswagen-Konzern produziert in Europa leichte Nutzfahrzeuge wie Transporter und in Südamerika schwere LKWs. Überlegungen, MAN könnte das Nutzfahrzeuggeschäft von VW in Brasilien übernehmen, schloss Winterkorn explizit nicht aus. "Das ist sicher eine von mehreren vorstellbaren Varianten", sagte er. Momentan stehe das aber nicht zur Entscheidung an.

Unter Berufung auf VW-Aufsichtsratskreise hatte das Magazin "Wirtschaftswoche" berichtet, in der Fabrik könnten unter anderem Motoren und Achsen für das Volkswagen-Nutzfahrzeug-Werk im brasilianischen Resende gebaut werden. Auch eine eigene Lastwagen-Fertigung für MAN sei im Gespräch. Frühestmöglicher Starttermin sei das Jahr 2010. Zurück gingen die Gespräche auf einen Vorstoß von MAN- Chef Håkan Samuelsson. Der Lastwagenbauer leide unter Kapazitätsengpässen in seinen deutschen Werken. Ein Sprecher von MAN wollte den Bericht am Samstag auf Nachfrage nicht kommentieren.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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