Airbus Wulff droht mit Subventionsstopp

Der niedersächsische Regierungschef Christian Wulff stellt Bedingungen für die Förderung der neuen Airbus-Tochter GAC. Die Gesellschaft mit den Werken Varel, Nordenham und Augsburg solle ihren Sitz im Norden nehmen. Der Flugzeughersteller reagiert verärgert.

Düsseldorf - Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) knüpft nach einem Medienbericht die Forschungs- und Investitionsförderung für die neue Airbus-Tochter GAC an Bedingungen. In einem Brief an Airbus-Chef Thomas Enders fordere Wulff, dass der neue Verbund der Airbus-Werke Nordenham, Varel und Augsburg seinen Sitz in Hamburg nimmt und über rund 200 Mitarbeiter verfügen soll, berichtete die "Wirtschaftswoche" am Samstag unter Berufung auf das ihr vorliegende Schreiben.

Darin heißt es: "Die Landesregierung und der ganze Norden können die neue Struktur der Gesellschaft nur dann akzeptieren und politisch unterstützen, wenn die Gewichte in der zivilen Luftfahrt zwischen dem Süden und Norden nicht verschoben werden." Weiter wird aus dem Brief des Ministerpräsidenten zitiert: "Die bestehende Arbeitsteilung - der Norden macht zivilen Flugzeugbau, der Süden militärischen Flugzeugbau - ist politisch gewollt und darf nicht infrage gestellt werden".

Die Landesregierung werde die weltweit führenden CFK-Aktivitäten (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff) in Stade nur dann in der angekündigten Größe fördern können, wenn die Forderungen erfüllt und auch die Standorte Nordenham und Varel nachhaltig gestärkt würden.

Hintergrund der Forderungen ist die Gründung der German Aerostructures Company (GAC), in der nach dem gescheiterten Verkauf der Werke an das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB alle drei Standorte unter einem Dach zusammengeschlossen werden sollen. Derzeit ist noch unklar, ob der Verbund seinen Firmensitz in Nord- oder Süddeutschland nehmen wird.

Für Nordenham schlägt Wulff dem Bericht zufolge vor, künftig in "großem Umfang und wettbewerbsfähig Rumpfschalen" zu produzieren. Alle drei Werke sollten zudem große Anteile am Bau des A350 erhalten. Bei der zum EADS-Konzern  gehörenden Airbus stießen die Forderungen demnach auf Unverständnis. "Das ist für ein privates Unternehmen ebenso beispiellos wie unverfroren. Was geht das Herrn Wulff eigentlich an?", wird ein Manager zitiert. Von der Staatskanzlei in Hannover war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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